1. Die Jesuiten,
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die Schwärmer sandte man als Missionare unter die Heiden. Mit
ganz wenig Ausnahmen durfte kein Jesuit ein kirchliches Amt an
nehmen. Indem man so niemand zu einer bestimmten Beschäftigung
Zwang und die Mitglieder von den geistlichen Geschäften anderer
Drden, als Beten, Messelesen, Predigen, freisprach, verschaffte man
ihnen Zeit und Gelegenheit, sich ganz den Zwecken des Ordens zu wid
men und namentlich sich nach der Seite hin auszubilden, wofür ein
jeder Fähigkeit und Neigung besaß. Spitzfindige Theologen, eifrige
Beichtiger, gewandte Kanzelredner, aufopfernde Missionare, geschickte
Dkeßkünstler, Astronomen, Mechaniker, ja selbst treffliche Gesetz
geber sind aus dem Jesuitenorden entstanden. Auch nahm derselbe
sich nach Kräften des Jugendunterrichts an und gründete eine ganze
Reihe von Schulen. Aber es stellte sich bald heraus, daß der Unter
richt der Jesuiten mehr die unlauteren Triebe des Menschen, Selbst
jucht, Eigendünkel und Ehrgeiz, förderte, als daß er das weiche und
empfängliche Herz der Jugend für alles Schöne, Wahre und Gute be
geisterte. Namentlich zerstörte die heimliche Überwachung und Angeberei
das Vertrauen und die Freundschaft, das reinste und edelste Gut der
jungen Seelen. Auch die sittlichen Grundsätze, nach denen die Jesuiten
handelten und die sie lehrten, waren durchaus verabscheuungswürdig.
Als obersten Satz stellten sie auf: der Zweck heiligt die
Mittel. Man könne ein Verbrechen begehen, wenn man nur eine
gute Absicht dabei hege; man dürfe z. B. stehlen, wenn man das
Gestohlene zu einem guten Zweck, etwa zum Besten der Kirche
verwenden wolle. Man dürfe einen falschen Eid schwören oder
einen Mord begehen, um etwa einen gefährlichen Ketzer zu vernichten.
Dian dürfe einen König ermorden, wenn derselbe nach dem
Urteil des Ordens seines Thrones nicht wert sei. Ebenso ver
werflich ist die Lehre der Jesuiten von dem heimlichen Vor
behalt. Darunter verstanden sie einen Eid, durch welchen man
etwas anderes versichert, als was man wirklich denkt. Wenn z. B.
ein Mörder gefragt wird, ob er den Ermordeten getötet habe, so
darf er „nein" antworten und dies sogar beschwören, wenn er dabei
uur im stillen denkt, er habe ihn nicht vor seiner Geburt getötet.
Dder der Dieb kann leugnen, ein Schloß (an der Thür) erbrochen
Zu haben, wenn er dabei an ein Schloß denkt, das als Gebäude
dient. In beiden Fällen, so lehren die Jesuiten, ist kein Meineid
geschworen. So konnte nach der Lehre der Jesuiten jede Sünde
und jedes Verbrechen entschuldigt werden, und bald kam im Volke
für allerlei Spitzfindigkeiten, mit denen man Schlechtigkeit und
Bosheit bemänteln wollte, die Bezeichnung „jesuitisch" auf.
Die Jesuiten haben ihrem schönen Namen „Gesellschaft Jesu"
wenig Ehre gemacht. Sie verschmähten eben kein Mittel, um sich
Einfluß zu verschaffen. Der Jesuit verband sich heute mit dem König
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