5. Der schmalkaldische Krieg u. der Augsburger Neligionsfriede. 191
welcher es einstweilen in religiösen Dingen bis zu einem allgemeinen
Konzil gehalten werden sollte. Dieses Interim, welches den Pro
vianten eigentlich nur die Forderung des Kelches und der Pricster-
M einräumte, fand nirgends Beifall. Am beharrlichsten weigerte
llch das feste Magdeburg, es anzunehmen; die Stadt wurde
daher in die Reichsacht erklärt und Moritz von Sachsen mit der
Ausführung beauftragt.
Dieser hatte jedoch inzwischen seinen Sinn geändert. Der Vor
wurfs seinen Glauben verleugnet zu haben, lastete schwer auf seinem
-^wissen; die andauernde, harte Gefangenschaft seines Schwieger-
vaters Philipp empörte ihn, und endlich erkannte er mehr und mehr,
der Kaiser nur darauf bedacht war, die Selbständigkeit der
Zutschen Fürsten zu beschränken. Dies veranlaßte ihn, mit den
wangeljschen Fürsten in Unterhandlung zu treten und gleichzeitig
e ! n Bündnis mit Heinrich II. von Frankreich*) zu schließen, der
b'uen neuen Krieg mit Karl Y. begonnen hatte, und dem er mit
Zustimmung der verbündeten evangelischen Fürsten für seine Hilfe
we Reichsstädte an seiner Grenze, Metz, Toul und Verdun,
?brsprach. Während er die Belagerung Magdeburgs zum Schein
wslsetzte, sammelte er ein bedeutendes Heer, mit dem er plötzlich in
Eirol einbrach, sodaß der nichtsahnende Kaiser, der krank zu
Innsbruck weilte, nur durch schleunige Flucht der Gefangennahme
en tging. Ohne Truppen und ohne Geld, um schnell ein Heer an-
*) Übersicht über die Geschichte Frankreichs.
.. Heinrich II. war der Nachfolger Franz I. Unter seinen Söhnen
wüteten in Frankreich blutige Religions- und Bürgerkriege. Die Hu
genotten bildeten die eine Parteien ihrer Spitze standen die Bourbonen
Anton v. Navarra und dessen Bruder, der Prinz v. Conds, sowie der
Admiral Coliqny; ihr gegenüber stand die katholische Partei unter Leitung
g".mächtigen Familie der Guisen. Nach mehrjährigen Kümpfen schien der
Z°f den Frieden herbeiführen zu wollen durch Vermählung Heinrichs»,
^«varra (des Sohnes Antons) mit Margareta, der Schwester des Königs
”**1 IX. Aber in der Bartholomäusnacht (24.—25. August) 1572
wurden die Hugenotten, welche zum Hochzeitsfest in Paris versammelt waren.
?Uf Anstiften der Mutter des Königs, Katharina von Medici, zu Dausen
au, unter ihnen der greise Coligny, hingemordet. (Pariser Bluthoch-
??'t.) Auch im übrigen Frankreich verloren gegen 20000 Protestanten das
L°.ben. Die Kämpfe dauerten noch unter dem Nachfolger Karls IX. fort.
Fwser. Heinrich III., war mit der katholischen Partei zerfallen; er mußte
ju das Lager seines Gegners Heinrich v. Navarra fliehen und wurde hier von
geu, Dominikanermönch Jakob Clement ermordet. Mit ihm starb das Haus
pulvis aus, und in Heinrich v. Navarra, der als Heinrich IV. den Thron
® e ftieg, gelangte das Haus der Bourbonen zur Regierung (1589—1830).
Heinrich IV. wurde erst nach seinem Übertritt zur katholischen Kirche allgemein
König anerkannt. Durch das Edikt von Nantes 1598 gestattete er
en Protestanten freie Religionsübung. Der Jesuit Franz Ravaillac er-

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