Full text: Leitfaden für den Unterricht in der deutschen Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der kulturgeschichtlichen Momente für die Oberstufe mehrklassiger Volks- und Mittelschulen

1. Die ältesten Bewohner Deutschlands. 
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daß wir die Anlage derselben noch deutlich erkennen können. Die 
Pfähle, welche entweder durch Anbrennen oder mit scharfen In 
strumenten zugespitzt waren, wurden in den Grund des Sees 
hineingeschlagen, oft viele Hunderte dicht nebeneinander, worauf 
dann zahlreiche Wohnhäuser erbaut wurden. Rund um die Pfähle 
war ein Flechtwerk aus Zweigen gezogen. Auf denselben ruhten 
dicke Stämme und starke Bohlen, die mit hölzernen Nägeln befestigt 
waren. Darauf standen die Wohnhäuser, aus Balken gezimmert 
und mit Flechtwerk überkleidet, auch wohl mit Lehm beworfen. Das 
Dach war aus Baumrinde, Reisig, Schilf und Moos gebildet. 
Am meisten hat man Spuren von Pfahlbauten in Schweizer 
Seen gefunden. Doch waren diese nicht ausschließlich die Wohn 
stätten der Urbewohner Germaniens; auch in Wäldern, an Flüssen 
und Meeresküsten baute man ähnliche Niederlassungen. Allmählich 
nahmen diese wie auch alle Gerätschaften eine andere, vollkommnere 
Gestalt an. Nachdem nämlich vom Süden her die Metalle ein 
geführt waren, begann die Zeit, in welcher die Waffen und Geräte 
aus Bronze, einer Mischung von Kupfer und Zinn, hergestellt wurden. 
Auch aus dieser Periode sind uns in den alten Gräbern zahllose 
Gegenstände aufbewahrt: Schwerter, Lanzenspitzen, Äxte, Spangen, 
Armbänder, Fingerringe u. s. w. Wohl stnden sich außer den 
bronzenen auch noch steinerne Geräte aus dieser Zeit; dagegen 
kommt noch kein Eisen vor. Erst als die Fertigkeit in der Be 
handlung der Metalle zunahm, lernte man das Eisen kennen und 
bearbeiten. Damit kamen ganz andere Gebräuche auf, und nun 
fanden auch immer häufigere Berührungen mit den Römern statt, 
deren Schriftsteller uns die ältesten Berichte über unsere Vorfahren 
hinterlassen haben. Während das Stein- und Bronzealter 
Jahrhunderte vor Christi Geburt zu denken ist, sind die Schilderungen, 
welche die Römer Plinius, Tacitus und Cäsar von den 
alten Germanen entwerfen, aus dem Anfang unserer Zeitrechnung 
entnommen. 
2. Die alten Germanen. 
Litten. Äriegswefen. Vollrsvcrlästung. Kötterglaube. 
Die alten Germanen werden uns geschildert als schöne, kräftige, 
hochgewachsene Gestalten mit blauen Augen und rötlich blonden 
Haaren. Das Haupt trugen sie unbedeckt. Bei einzelnen Stämmen 
ward das Haar gescheitelt getragen, bei anderen in einem Knoten 
auf den Hinterkopf geschlungen, so daß es ein helmbuschartiges Aus 
sehen erhielt. Ihre Körperkraft war berühmt. Es kam vor, daß 
sie im Kampfe Bäume mit ihren Wurzeln aus der Erde rissen, um 
sie gegen die Feinde zu schleudern. Ebenso hervorragend war ihre 
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