Quarta. Repetition. 
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sich von selbst versteht, genau nach dem Lehrbuche, denn dass auf Quarta 
nicht geschrieben wird, darüber braucht nicht besonders gesprochen zu 
werden, wenngleich das Diktieren auch hier früher seine Rolle gespielt 
hat. Die Repetition selbst aber ist eine doppelte: 1. Das Wiederholenlassen 
dessen, was in der Stunde A durchgenommen worden ist, in den ersten 
15—20 Minuten der Stunde B: was durch Wiedererzählen, Nacherzählen durch 
einen oder zwei nacheinander aufgerufene Schüler oder auf katechetischem 
Wege durch Abfragen des Thatsächlichen und unter Zuziehung mehrerer 
Schüler geschehen kann und je nach der Natur des behandelten Stoffes 
auf die eine oder die andere Weise geschehen muss. Den ersten Perser 
krieg kann man einfach in billig bemessenen Absätzen nacherzählen lassen, 
weil dies jeder Durchschnittsquartaner zu leisten im stände ist. Die Ver 
hältnisse, die zur Gesetzgebung des Tiberius Gracchus geführt haben, da 
gegen erzählend wiedergeben, kann kaum der Obersekundaner: hier also 
muss der Lehrer das wichtigste Thatsächliche abfragen, fragend es wieder 
holen lassen. Wir haben von einer Reise des Tiberius durch einige Land 
schaften Italiens ums Jahr 134 erzählt: was hat er hier Besonderes wahr 
genommen? welche Schlüsse hat er daraus gezogen? welches frühere 
Gesetz bestimmte Landverteilung an besitzlose Plebejer? bei wem hat Tibe 
rius mit seinem Gesetzesvorschlag Widerstand gefunden? warum? u. s. w. 
2. Die zweite Art der Repetition ist die Wiederholung eines grösseren, 
in der dargelegten Weise erledigten grösseren Abschnitts, — einer Periode, 
500—431 der griechischen, 264 — 133 v. dir. der römischen Geschichte 
etwa. Diese Wiederholung erfolgt regelmässig am Schluss jedes der Zeit 
räume, die das Lehrbuch annimmt, so dass der Schüler längere Zeit vor 
sich sieht, in der er sich auf diese unausbleibliche Gesamtrepetition 
rüsten kann. 
Dies ist der Ort, wo der zweite wichtige Zweck des geschichtlichen 
Unterrichts — elementares Operieren mit dem gelernten historischen Stoff 
in Frage kommt. Ich verstehe darunter die Fähigkeit, das Gelernte in 
einem anderen Zusammenhang, als in dem es ursprünglich vorgeführt war, 
zu reproduzieren, so dass der Lehrer z. B. (auf höherer Stufe), wenn der 
Schüler den ganzen Weg durchgemacht hat, nach der Geschichte Siziliens 
oder Spaniens oder irgend eines wichtigen geschichtlichen Phänomens all 
gemeiner Art, worüber wir weiterhin sprechen werden, fragt, seine Fragen 
unter diesem Gesichtspunkt stellt. Denn diese Aufgabe erhebt sich selbst 
verständlich auf jeder weiteren Stufe, und früher hat es in Preussen und 
sonst ein sehr einfaches Mittel gegeben, zu konstatieren, wie weit diese 
Aufgabe gelöst und das Ziel von den Schülern erreicht war — die münd 
liche Geschichtsprüfung im Abiturientenexamen. Das ist für jetzt vorüber, 
man hat hier wie überall bei der Reform das Kind mit dem Bade ver 
schüttet und gegen die juristische Regel einigen Missbrauchs wegen auch 
den Gebrauch beseitigt. Die Aufgabe selbst aber bleibt, und man muss 
damit, mit diesem Anwenden und Verwenden des gelernten Stoffes, weil 
dies ein integrierender Bestandteil jedes vernünftigen Geschichtsunter 
richts ist, schon in Quarta beginnen. Man muss es, denn man kann es: 
man könnte es noch nicht in Sexta oder Quinta und deshalb ist hier auch
	        

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