A. Lilder aus dem Alterthum
1. Die alten Aegypter.
Lage und Beschaffenheit des Landes Aegypten liegt im nordöstlichen
Theile von Afrika und wird vom Ml durchflossen. Ohne diesen Fluß würde
Aegypten eine Wüste sein; denn der Regen ist hier eine große Seltenheit. Der M*
aber befruchtet das Land durch eine jährliche Ueberschwemmung. Sobald nämlich
in der heißen Zone, in welcher die Nilquellen liegen, die Regenzeit beginnt, fängt
der Fluß an zu steigen. Im August tritt er lährlich aus seinen Ufern, und
überschwemmt das ganze Land. Bis zum Oktober gleicht dann Aegypten
einem großen See, aus dem die Städte wie Inseln hervorragen, und auf
welchem die Menschen in Schiffen und Böten umherschwimmen. Freude herrscht
nun im ganzen Lande. Denn das Wasser, läßt einen fetten Schlamm zurück,
und der Samen, welcher in den so bewässerten und gedüngten Boden aus«
S reut wird, lohnt hier reichlicher als in andern Ländern bei dem sorgfältigsten
erbau. Deshalb waren auch die beiderseitigen Ufer der Länge nach mit
Städten und Dörfern wie übersäet.
Eintheilung des Landes. Nach dem Laufe des Flusses theilt man daS
Land in Ober-, Mittel- und Unterägypten. Letzteres wurde durch die
Schlammablagerung des Ml an seiner Mündung gebildet, und das ganze herr
liche Fruchtgebiet zwischen den beiden Hauptnilarmen bekam den Namen Delta,
wegen seiner Aehulichkeit mit dem griechischen Buchstaben («/). On oder
Heliopolis war die Hauptstadt Unterägyptens; später wurde auch Alexandria
angelegt. Die Hauptstadt Mittelägyptens und später des ganzen Landes war
Memphis, Oberägyptens Theben, eine Riesenstadt mit hundert Thoren.
Papyrus-Staude. Pergament. Unter den verschiedenen Pflanzen Aegyptens
verdient besonders die Papyrus-Staude genannt zu werden, aus deren zarte«
Bast das Schreibpapier verfertigt wurde. Auch das Pergament, auf welchem
man schrieb, war sehr verbreitet. Dieses führt von der Stadt Pergamos in
Kleinasien, wo es vorzüglich bereitet wurde, seinen Namen.
Hicroglyphenschrist. Die Aegypter hatten zwar wie wir eine Buchstaben
schrift^ allein auf ihren öffentlichen Denkmalen finden sich nur Hieroglyphen.
Ä3b
Hieroglyphe: Alexandras.
Das Verständniß dieser Bilderschrift
war ein erbliches Eigenthum der
Priester und ging allmälig verloren.
Erst in neuerer Zeit ist es unseren
Gelehrten gelungen, die Hiero
glyphen theilweise zu entziffern. In dieser Schrift bedeutet der Löwe Stärke und
oas Auge Wachsamkeit.
Werke der Baukunst. Kein Volk hat der Nachwelt so riesenhafte Denk
male seiner Baukunst hinterlassen als die Aegypter. Unter ihren Werken vers
dienen außer den Ueberresten herrlicher Tempel genannt zu werden:
1. Die Katakomben oder Gräber. Diese sind besonders bei Theben
angelegt. Sie haben eine Menge langer, in vielfachen Windungen sich hin
gehender Gänge, die zu Gemächern, Seitenkammern, Hallen und Treppen führen.
Die Wände dieser Ruhestätten der Todten sind reich verziert mit Hieroglyphe»
und mit eingehauenen und bemalten Bildern, die sich größtentheils auf das
Leben nach dem Tode beziehen. Diese Bilder haben sich so frisch erhalten, als
wäre die Arbeit eben vollendet.

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