Kursürst Friedrich I. und seine Nachfolger.
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Burg tzohcnzollern.
Die hohenzollernschen Kurfürsten re.
53. Kurfürst Friedrich I. (1415—40) und seine Nachfolger.
Tic Burggrafen von Niirilbcrg. In Schwaben, zwischen Donau und
Neckar, liegt ein Berg, der hohe Zoller; da baute einst der Ahnherr unseres
jetzigen deutschen Kaisers sein Schloß. Seine Nachkommen, die Grafen von
§ ollern, mehrten in Schwaben und Franken ihr Gut; einer derselben,
riedrich I., wurde (1192) des .
deutschen Kaisers Burggraf zu (
Nürnberg, wo er dessen Rechte — —^ "- r — ^
und Einkünfte zu verwalten hatte.
Die zollernschen Burggrafen von^
Nürnbem versahen ihr Amt immer-■
dar in Treue zu Kaiser und Reich
und nahmen an Ansehen und Reich
thum so zu, daß Kaiser Karl IV.
sie (1363) zu deutschen Reichs-
sürsten erhob.
Burggraf Friedrich VI. von
Nürnberg hätte dem Kaiser Sigis
mund die wichtigsten Dienste ge
leistet, namentlich auch dessen Wahl
zum deutschen Kaiser durchsetzen Helsen (1410); dafür beschloß Sigismund, den
Freund würdig zu belohnen. Er setzte ihn 1411 als Statthalter (Verweser)
mit landesherrlichen Rechten über die Mark Brandenburg. Die Quitzows
verhöhnten zwar den „nürnberger Tand:" „und wenn's auch ein ganzes Jahr
sollt' Burggrafen regnen, so würden sie solche doch nicht in der Mark auf-
komnicn lassen." Aber Friedrich bot die ivohlgesinntcu Städte und Nachbarn
auf, borgte auch voin thüringer Landgrafen ein schweres Geschütz („die faule
Grete") und zog damit vor die Raubburgein Er schoß eine nach der anderii
zusainmen; die Quitzotvs mußten fliehen, und die andern baten um Gnade
(1414). Friedrich wurde vom Kaiser für seine Verdienste zum Kurfürsten von
Brandenburg erhoben (1415—40). Zwölf Kurfürsten nach einander haben mit
Ruhm regiert.
Kurfürst Joachim I. hatte viel mit Raubrittern zu kämpfen. Dieselbeu
hausten so arg, daß das Volk selbst im Gebet ihre Namen nannte und folgen
den Spruch hersagte: „Vor Kökeritz und Lüderitz, vor Krachte und vor Jtzenplitz
behüt uns lieber Herre Gott." Als Joachim scharfe Verordnungen wider die
Landbeschädiger gab, schrieb ihm einer derselben an die Thür: „Jochiinken,
Jochimkcn, höbe di, fangen wi di, so hangen wi di." Aber der junge Kurfürst
ließ die Räuber fangen und ihrer 70 an einem Tage hängen. „Adlig Blut" (ant
wortete er einem fürstlichen Fürsprecher) „hab' ich nicht vergossen, sondern Räuber
und Mörder nach Verdienst bestraft." So säuberte er das Land. Damit aber
kein Grund zur Selbsthilfe bleibe, gründete er ein höchstes Gericht, das Kam
mergericht (1516), bei welchem auch der Vornehmste belangt werden konnte.
Kurfürst Joachim II. Dieser schloß mit dem Herzog Friedrich von
Liegnitz, Brieg und Wohlau einen Vertrag, nach welchem die liegnitzschen
Lande an Brandenburg fallen sollten, im Falle einst der lieguitzer Mannesstamm
erlöschen würde. König Friedrich II. gründete später hierauf seine Erbansprüche
an Schlesien.
Kurfürst Johann Sigismund erwarb das Herzogthum Preußell und das
Herzogthum Klewe am Niederrheiu nebst den westfälischen Grafschaften Mark
und Ravensberg. Nach Pierson u. a.
54. Das Land Preußen an der Ostsee.
Das Bernstcinland. Schon ini grauen Alterthnm war Preußen berühmt
durch seinen Bernstein, den bereits phönizische Schisser von der Ostsee holten.
Seit drei Jahrtausenden ist der Bernstein, welcher hauptsächlich an der Küste
C. A. Krüger, Geschichtsbilder sür Volksschulen.

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