Full text: Geschichtsbilder für Volksschulen

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Bilder «uä dem Alterthum. Griechenland und die Griechen. 
und an ein Reich der Finsterniß oder des Bösen unter Ahriman. Als Sinn 
bild des Ormuzd verehrten sie die Sonne und das Feuer. Beide Reiche dachten 
sie sich im Kampfe, bis einst das Reich des Lichtes den Sieg davon tragen 
würde. Die Menschen sollten an diesem Streit Theil nehmen und durch Bebauen 
der Erde, durch Ausrottung der schädlichen Pflanzen und Thiere, sowie durch 
Reinheit der Gesinnung und der Thaten das Reich des Bösen bekämpfen. Die 
Sünden der Menschen rührten von der Einwirkung böser Geister her. Die 
Priester oder Magier waren der einflußreichste Stand und standen als Rath 
eber dem Könige zur Seite. Letzterem aber wurde als Stellvertreter Gottes 
ie demüthigste Verehrung gezollt. N->4 Stahlberg und Weber. 
4. Griechenland nnd die Griechen. 
Das alte Griechenland bestand aus 3 Theilen: 1) Nordgriechenland 
mit den Provinzen Thessalien und Epirus; 2) Mittclgriechenland oder 
Hellas mit den Städten Thöbcn, Platää, Leuctra, Chäronea, Delphi und Athen 
(letzteres in der felsigen Landschaft Attika); 3) Peloponnes (jetzt Morea) im 
Süden mit den merkwürdigen Orten Korinth, Olympia und Sparta. Die 
Landenge von Korinth verbindet Mittelgricchen- 
land mit dem Peloponnes. Creta (Cypern), 
Salamis und lthaka sind nennenswerthe Inseln. 
Unter den Bergen merken wir den Olpmp in 
Thessalien sowie den Parnaß und Helikon in 
Hellas. 
Bildung und Religion. Die Griechen warm 
das gebildetste Volk des Alterthums. In der 
B ildhanerkunst und Malerei hatten sie die größten 
Meister. Dichtkunst, Musik und überhaupt die 
Wissenschaften wurden eifrig gepflegt. Noch 
heute dienen uns ihre Werke zum Muster. Als 
Beherrscher des Himmels und als König der 
Götter und Menschen wurde Heus verehrt. Von 
andern Göttern und Göttinnen merken wir: 
Athene, die Göttin der Weisheit und des 
Krieges, Apollon, den Gott der Weissagung und 
Musik (Sonnengott), Artemis, die Göttin der 
Jagd, Poseidon, den Gott des Wassers, Pluto, 
den Gott der Unterwelt. Der Glaube an die 
Unsterblichkeit der Seele war allgemein verbreitet. 
Man glaubte, die Frommen kämen nach dem 
Tode in das Elysium, wo sie nach irdischer Art 
in Glückseligkeit lebten, die Bösen dagegen wurden in den Tartarus (Unter 
welt) verstoßen und hätten Qualen aller Art auszustehen. 
Orakel. Man meinte, daß die Götter den Menschen an einzelnen Orten 
die Zukunft offenbarten. Diese Mittheilungen der Götter, welche durch die 
Priester gedeutet wurden, nannte man Orakel. Am berühmtesten war das 
Orakel zu Delphi. In dieser Stadt stand der prachtvolle Tempel des Gottes 
Appollon. Darin saß eine Priesterin auf einem goldenen Dreifuß und weissagte 
denen, die den Gott befragten. Freilich wurden die Orakelsprüche imnier so in 
Dunkel gehüllt, daß ein verschiedener Sinn möglich war, wie wir dies schon 
bei Krösus kennen lernten. Die Geschenke, welche für diese Aussprüche dem 
Gott gebracht wurden, waren oft von hohem Werthe. 
Griechische Spiele. Zu bestimmten Zeiten feierten die Griechen gemein- 
ame Volksfeste. Solche wurden regelmäßig alle 4 Jahre bei der Stadt 
Olympia gehalten. Die Kampfspieie, welche hier stattfanden, nannte man 
olympische Spiele. Letztere bestanden im Wettlauf, Ringen, Faustkampf, 
Springen, Werfen mit metallenen Scheiben, Pferde- und Wagenrennen. Den 
Siegern wurde ein Kranz von Oelzweigcn auf's Haupt gesetzt, und dies war 
für einen Griechen die höchste Ehre.
	        

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