Full text: Die Falle von Eklampsie an der Kgl. Frauenklinik zu Kiel vom Jahre 1900 - 1906 incl.

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Operationen nicht vorgenommen wurden, in der 2. Hälfte die 
jenigen, bei denen gegebenenfalls nach dem Vorgang von Dührssen 
und Bumrn möglichst sofort nach der Einlieferung in die Klinik 
entbunden wurde, ganz gleichgültig, wie weit die Geburtswege 
vorbereitet waren. Bei solcher Einteilung ergeben sich für die 
25 Eklampsiefälle der 1. Hälfte bei mehr abwartendem Ver 
halten 5 Todesfälle = 20 % Mortalität, für die 
22 Eklampsiefälle der 2. Hälfte bei möglichst sofortiger Ent 
bindung, auch bei unvorbereiteten Weichteilen 3 Todes 
fälle = 13,6 °/o Mortalität. 
Als Entbindungsverfahren kamen in Betracht: Dilatation 
nach Bossi mit anschließendem Forceps resp. Wendung und 
Extraktion, Metreurjse mit folgender Geburtsbeendigung, ferner 
Incisionen der Muttermundslippen der unvollständig erweiterten 
Os externum und vaginaler Kaiserschnitt. 
Der Ausbruch der Eklampsie erfolgte: 
intragraviditatem13malmit2Todesfällen=15,3 % Mortalität, 
intra partum 25mal „4 „ = 16 % » 
post partum 9mal „2 „ = 22 °/o » 
Von den 13 intra graviditatem ausgebrochenen Eklampsien 
dauerten 4 über die Beendigung der Geburt hinaus, von den 
25 intra partum begonnenen 16, im ganzen also 20, so daß 
mit den post partum aufgetretenen Eklampsien 29mal eklamptische 
Anfälle im Wochenbett notiert wurden. Demnach hörte die 
Eklampsie nur in 18 Fällen mit Beendigung der Geburt auf. 
Als Effekt der vollendeten Geburt kann aber das Sistieren der 
Anfälle nur in 15 Fällen in Betracht kommen, weil 3mal die 
Eklampsie schon mehrere Tage vor der Geburt aufgehört hatte. 
Allerdings muß man bei dieser Feststellung berücksichtigen, 
daß vielleicht in einer Reihe von Fällen die Geburt der 
Eklampsie Halt geboten hätte, wenn die Entbindung früher 
vorgenommen wäre. 
Untöf den 47 Eklampsiegeburten findet sich eine große 
Zahl von partus praematuri, nämlich 20 (darunter sogar 2mal 
Partus im 7. Graviditätsmonat). — Von sämtlichen Früchten 
wurden tot geboren 12 (unter diesen eine lebensunfähige Frucht 
von 32 cm Länge und 7 nicht ausgetragene, wenn auch lebens 
fähige Föten). Es wurden lebend geboren 37 Früchte bei 
35 Geburten (2mal Zwillinge).
	        

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