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Starke Suggillation der Arachnoidea; kleine, derbe Milz. Hämatom
der Tuniea vaginalis; prall gefüllte Harnblase.
11. Fall. (J.-Nr. 164/02.)
Christine Kr., Fischhändlersfrau aus Kiel, 23 Jahre, Ip.
Aufnahme 3. VII. 02; Entbindung 3. Vif. 02; Entlassung
20. VII. 02. Patientin mittelgroß, kräftig, als Kind Masern
und zweimal Diphtherie gehabt; stets an Kopfschmerzen und
oft an Mandelentzündung gelitten. L. M. September 1901.
Seit 14 Tagen Mattigkeitsgefühl und Ödeme der Beine.
Eiweißgehalt nach Angabe des behandelnden Arztes bei täglicher
Urinmenge von 2 1 zunächst 2 / s der gekochten Säule, dann l /-
derselben. Am 3. VII. früh Wehenbeginn.
Genitalbefund bei der Aufnahme: Muttermund oben
für 2 Finger durchgängig; Portio verstrichen; Kopf tief, zu 2 / s
im Becken; Pfeilnaht im II. schrägen Durchmesser, etwas näher
dem queren.
15 80 h. 1. eklamptischer Anfall, angeblich sehr stark, dem
kurz vor dem Transport noch ein 2. Anfall folgte.
Um 16 h. Aufnahme in somnolentem Zustande.
16 8 h. 3. eklamptischer Anfall, 65 Sek. Beginn des
Anfalls in der rechten Hand, Puls 140, stark gespannt; Bewußtsein
nach dem Anfall nur für Augenblicke wiederkehrend.
16 20 li. 4. eklamptischer Anfall, 80 Sek.
16 40 h. 5. eklamptischer Anfall, 60 Sek. Puls 160.
17 22 h. 6. eklamptischer Anfall, 65 Sek. Puls 100.
18 h. 7. eklamptischer Anfall, 95 Sek.
Urin p. catli. nur geringe Menge, beim Kochen erstarrt
fast die ganze Säule.
Genitalbefund: Muttermund dreimarkstückgroß, Blase
steht; wenig Vorwasser; Fontanellen und Nähte weit; Kopf
leicht kompressibel.
Dilatation mit Bossi, Blasensprung und Forceps im
II. schrägen Durchmesser. Geburt eines lebenden, stark asphyk-
tischen Knaben.
Placenta mit zahlreichen weißen Infarkten durchsetzt.
Mittlere Nachgeburtsblutung. Kochsalzinfusion 1000 gr. Nach
ca. 1 Std. Wiederkehr des Bewußtseins. Erinnerung für den
ganzen Tag geschwunden; keine Klagen.

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