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Zwei Momente sind es, durch die sich unser Fall von
den beiden ähnlichen Beobachtungen Tanja’s und Casali’s
unterscheidet. Einmal ist es die Tatsache, daß über den
Weg, den hier die Infektion genommen, ein Zweifel garnicht
aufkommen kann. Denn da überhaupt nicht die geringsten
Symptome einer allgemeinen Influenza-Erkrankung vorhanden
waren, da es sich ferner um einen Bulbus handelt, der durch
die pathologische Struktur grade seines vorderen Abschnittes
etwaigen Mikroorganismen die günstigsten Bedingungen für
ein Durchwandern von außen her bot, und da schließlich
diesmal von vornherein die Anwesenheit Pf ei ff er ’ scher
Bacillen im Coniunctivalsack nachgewiesen wurde, so ist
damit der ektogene Ursprung unserer Ophthalmie zur Genüge
dargestellt.
Daß isolierte Erkrankungen der Coniunctiva durch
Infektion mit dem Pfeiffer 'sehen Bacillus nicht so selten
sind, beweisen Beobachtungen von L. Müller, 1 ) Knapp, 2 )
Luerssen, 3 ) zur Ne d den 4 ) und Axenfeld. 5 ) Nach
Giarre-Picchi und 11 y m o w i c z B ) kommen sie übrigens
auch auf der Coniunctiva vor, ferner im Tränensack, ohne
dort Störungen hervorzurufen.
Das zweite Moment, durch das unser Fall besondere
Beachtung für sich in Anspruch nehmen darf, ist darin ge
legen, daß es sich hier offenbar um den ersten Fall von
Influenza-Ophthalmie handelt, bei dem auch eine pathologisch
anatomische Untersuchung hat vorgenommen werden können.
Es ist eine oft wiederholte Klage, in die z. B. auch Groenouw 7 )
einstimmt, daß uns bisher wegen Mangels an solchen Unter
suchungen über den Verlauf der Entzündungsprocesse, den
die auf das Augeninnere fortgepflanzten Infektionskrankheiten
dort hervorrufen, nur wenig bekannt ist. Es mögen deshalb
einige Notizen über das Ergebnis unserer pathologisch-ana
tomischen Untersuchung am Platze sein.
')— 5 ) citiert bei Axenfeld: Die Bakteriologie in der Augenheil
künde, S. 142.
6 ) Axenfeld: a. a. O. S. 114.
’) Groenouw: iin Graefe-Saemiscli, Bd. XI, S. 505,

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