Full text: Der hämophile Pfeiffer'sche Bacillus als Erreger intraokularer Eiterungen

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27. II. Wegen Zunahme aller Entzündungserscheinungen 
wird heute die Evacuatio ausgeführt. 
Schon beim Einstechen in den Bulbus quillt reichlicher, 
gelblichgrüner, rahmiger dickflüssiger Eiter hervor, der fast 
den ganzen Bulbus-Inhalt ausmacht. 
Mit dem bei der Evacuation hervorquellenden Eiter 
werden Glycerin-Agar-Platten geimpft. Nach 24 Stunden 
finden sich ausschließlich zahlreiche kleinste, klare, scharf- 
randige, wassertröpfchenartige Kolonien, besonders neben 
den auf den Nährböden niedergelegten Eiterflocken. Aus 
strichpräparate von diesen Kolonien, auf denen sehr kleine, 
gram-negative Stäbchen mit stärkerer Polfärbung zu sehen 
sind, bestätigen, daß es sich um die P f e i f f e r'sehen Bacillen 
handelt. 
Die Übertragung auf eine neue Glycerin-Agar-Platte 
(28. II) ergibt nach 24 Stunden nur einzelne Kolonien. 
Übertragung auf Serum-Agar gibt kein Resultat. Ebenso 
bleibt die Weiterimpfung von beiden Glycerin-Agar-Kulturen 
(vom 27. und 28. II) auf Ziegenblutagar vollkommen negativ. 
Auf die eigenartige Tatsache, daß der Pf e i f f er’ sehe 
Bacillus sich in unserm Falle schon auf Glycerin-Agar züchten 
ließ, bei weiterer Übertragung auf Blutagar aber nicht mehr 
wuchs, habe ich oben schon hingewiesen. — 
Fortsetzung der Krankengeschichte: 
2. III. Verbandswechsel. Chemosis und Lidödem haben 
nachgelassen. Die bakteriologische Untersuchung einer aus 
der Evacuationswunde heraushängenden Flocke ergibt im 
Ausstrich sowohl wie auf Blut- und Glycerin-Agar nur das 
Vorhandensein von Staphylokokken und Xerosebacillen, nichts 
von den Pfeiffer’schen Bacillen. 
5. III. Noch immer starke, wenn auch schon im Weichen 
befindliche Chemosis. Kopfschmerzen oder sonstige Störungen 
des Allgemeinbefindens sind nicht vorhanden. 
8. III. Die Lider schwellen etwas ab. Die Chemosis 
geht weiter zurück. Beschwerden sind auch weiterhin nicht 
eingetreten. Patient wird mit Verband und Borax zum 
Reinigen entlassen. —
	        

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