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auf dem betreffenden Auge lange oder kurze Zeit vorher
eine Operation stattgefunden oder eine spontane 'Affektion
sich abgespielt habe. Und auch hier, in diesem Falle, er
fahren wir wieder, daß das betreffende Auge schon vorher
trachomatös gewesen und daß grade mit dem Auftreten der
Influenza die trachomatösen Reizerscheinungen eine bedeu
tende Verschlimmerung erfuhren. Es mag ja sein, daß
schon die Überschwemmung des Körpers mit den Toxinpro
dukten die Exacerbation des alten Trachomleidens verur
sachen konnte. Aber da wir wissen, wie gern die P f e i ff er
sehen Bacillen auch auf der Coniunctiva sich niederlassen,
liegt doch der Gedanke sehr nahe, daß sich auch diesmal,
wenn Untersuchungen angestellt worden wären, sich auf ihr
hätten finden lassen. Und damit ist— wenn auch Ca sali
angibt, von einer Schädigung des Corneal-Epithels nichts
bemerkt zu haben — doch ein leiser Grund zu dem Verdacht
gegeben, daß es sich selbst in diesem Falle um ein Eindringen
der Keime vom Couiunctivalsack aus durch die an irgend
einer feinen Stelle geschädigte Cornea gehandelt haben
könnte. Solange nicht pathologisch-anatomische Untersu
chungen (die ja hier unmöglich blieben) das Gegenteil be
weisen, ist solch eine Vermutung mit Sicherheit nicht aus
zuschließen.
Es darf nun wohl Interesse beanspruchen, daß ich
dem T a n j a’sehen und Casali’schen Fall von intra oku
larer Eiterung infolge Infektion mit dem hämophilen Pfeiffer
schen Bacillus einen gleichartigen dritten Fall anzugliedern
in der Lage bin, der im vorigen Jahre in der Kieler Uni
versitäts-Augenklinik zur Beobachtung kam:
Der jetzt GO jährige Patient war schon einmal, im No
vember 1881, in die Klinik aufgenommen und wegen
Coniunctivitis (gonorrhoica) des rechten Auges behandelt
worden.
Die Cornea war damals bis auf einen schmalen Streifen
am unteren Rande zerstört worden, der entstandene Iris
prolaps unter Bildung einer flachen Narbe abgeheilt, auf
die sich die Conjunctiva bulbi herüberzog. Ferner hatte

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