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plötzlich Panophthalmie mit nachfolgender Perforation. Aus
dein Eiter wurden Kulturen gemacht und nach 24 Stunden
entwickelten sich Reinkulturen von Influenza-Bacillen.
Ich kann mich der Ansicht, daß es sich dabei unbedingt
um eine endogene Infektion gehandelt haben muß, durchaus
nicht anschließen. Mir scheint vielmehr die Tatsache, daß
der Patient schon als Kind an einer so bösartigen Keratitis
gelitten hat, daß er an ihr erblinden mußte, mit größter
Wahrscheinlichkeit darauf hinzudeuten, daß diese Keratitis
außer den erwähnten maculae corneae auch Adhäsionen
der Iris hinterlassen haben muß. Und in solchem Falle
wäre ein bekanntermaßen so überaus günstiger und häufig
benutzter Weg für ein Eindringen der Keime von außen,
von der Conjunktiva her, gegeben, daß eine endogene In
fektion da nicht recht glaubhaft erscheinen will. Zum min
desten muß man hier die Frage doch wohl offen lassen.
Groenouw 1 ) sagt über Fälle von Glaskörper-Vereiterungen
bei vorherbestehenden Cornealnarben — die allerdings von
Operationen herrühren sollen, aber doch wohl mit den Spuren
einer abgelaufenen heftigen Keratitis in Analogie gestellt
werden dürfen —:
„Besteht in derartigen Fällen ein Allgemeinleiden,
welches das Auftreten einer Metastase begründen kann, so
ist zuweilen klinisch als auch durch die mikroskopische
Untersuchung des enukleierten Augapfels nicht sicher zu
entscheiden, ob es sich um eine ektogene oder endogene
Infektion handelte. Immerhin wird man geneigt sein, eine
schwere eitrige Entzündung eines derartigen Auges a priori
auf eine ektogene Infektion zurückzuführen.“
So scheint mir also der erwähnte Fall von Cassali
der einzige in der Literatur bekannt gewordene zu ein, der
wenigstens mit größter Wahrscheinlichkeit als endogene
Infektion gedeutet werden darf. Als solcher, und weil er
bisher nur wenigen bekannt sein dürfte, verdient er soviel
S. 501.
') Groenouw im Grafe-Saemisch. Bd. XI. Über metast. Ophthalmie

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