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Auge mit seinem unendlich feinen Gefäßnetz als Ankerplatz
für die im Blute kreisenden Bacillen in erster Reihe in Be
tracht käme, so liegt doch in Wirklichkeit grade dafür ein
als Beleg unanfechtbares Material nicht vor. Nachdem
Axenfeld 1 ) seine Ansicht über den früher 2 ) von ihm ver
öffentlichten (S i e g rist’schen) Fall von retrobullärem Absceß
im Anschluß an eine Influenza, in dem sich Pfeiffersche
Bacillen in Reinkultur fanden, und den er damals als endo
gene Infektion ansprach, dahin abgeändert hat, daß es sich
möglicherweise doch nur um eine Uberwanderung von einer
Nebenhöhle der Nase aus gehandelt haben mag, kennt man
überhaupt nur einen einzigen Fall, der mit ziemlicher Wahr
scheinlichkeit als endogene Infektion des Auges durch den
hämophilen P f e i f f e r'sehen Bacillus gedeutet werden darf.
Er ist von Ca sali beobachtet und erst vor wenigen Mo
naten beschrieben worden 3 ).
Axenfeld 4 ) giebt zwar an, drei specifische Befunde für
intraokulare Entzündungen bei Influenza zu kennen, indem
indem er nämlich zu dem obigen Fall noch die Beobach
tungen von Dianoux 5 ) und Tanja 6 ) hinzuzählt. Aber
in den beiden von Dianoux veröffentlichten Fällen von in
fektiöser Cyclitis mit Hypopion, in denen der von Tissier
und Roux im Auswurf bei Influenza-Bronchitis konstatierte
Bacillus sich in Reinkultur fand, bandelt es sich doch nur
um einen dem Pfeiffer 'sehen nahestehenden Mikroorga
nismus, keineswegs um ihn selbst.
Anders der Fall von Tanja, über den Folgendes be
kannt ist: Bei einem 28jährigen Mann, seit dem dritten
Jahre blind durch maculae corneae, entstand nach Influenza
') Axenfeld: Die Bakter. in der Augenh. 1007, S. 330.
*) Derselbe: Arch. f. Ophth. 1894, XL, 3, S. 58.
*) Casali: a. a. 0.
4 ) Axenfeld : Die Bakt. in d. Aug. S. 330.
5 ) Dianoux: Clin. Ophth. Xr. 11. (Jahresber. der Ophth. XXIX.
S. 752).
6 ) Tanja: Geneesk. Tydschr. L. a. 1808. pag. 736. Kefer. Ber. z.
Arch. f. Aug. 1898.

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