Full text: Ein Fall von rechtsseitiger chronischer progressiver Ophthalmoplegie bei Tabo-Paralyse

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auch der unpaare großzellige Centralkern wird zu dem 
Gebiet dieses Nerven gerechnet. Der von Darkschewitsch 
abgegrenzte hat wahrscheinlich nichts mit dem Oculomotorius 
zu tun. Neuerdings wird er in Beziehung zum hinteren 
Längsbündel gebracht und als dessen Kern betrachtet. 
Ob die Westphal-Edingerschen Gruppen zum Oculo 
motorius gehören, wird ebenfalls von mehreren Autoren 
bezweifelt. Eine Zerlegung des großzelligen, lateralen Kerns 
in Untergruppen scheint nicht durchführbar. 
Es ist wahrscheinlich, daß die verschiedenen Kern 
gruppen Ceutren für die verschiedenen vom Nervus Ocu 
lomotorius versorgten Muskeln bilden, doch ist es bisher 
noch nicht gelungen, diese Abgrenzung für den Menschen 
in überzeugender Weise durchzuführen; unter den neueren 
Autoren hat sich besonders Bach gegen die Annahme ge 
sonderter Kerne für die Augenmuskeln ausgesprochen. 
Hensen und V ö 1 c k e r s haben auf experimentellem 
Wege für den Hund folgendes ermittelt: 
Vorderstes Kerngebiet ist für den M. ciliaris und 
sphincter iridis, hinter diesem liegt das für den M. rectus 
internus, weiter folgen die Kerngebiete für den Rectus Su 
perior, Levator palpebrae superioris, Rectus inferior und 
Obliquus infeiior. 
Nach Kahler und Pick sollen auch beim Menschen 
die Pupillenfasern in den vordersten Wurzelbündeln, in den 
hintersten die für die äußeren Augenmuskeln enthalten sein 
und zwar so, daß die medialen unter diesen für den Rectus 
internus und inferior bestimmt sind. 
Eine sehr beachtenswerte Tatsache ist die, daß der 
Oculomotorius auch heim Menschen zum Teil aus Kerngrupen 
der gekreuzten Seite entspringt. 
Über den pathologisch-anatomischen Befund bei Oph 
thalmoplegie ist folgendes zu erwähnen : 
Wir verdanken namentlich Siemerling und Boe- 
deker umfassende Untersuchungen überden mikroskopischen 
Befund hei den Fällen von tabischer und tabo-paralytischer 
Ophthalmoplegie. Bei der Mehrzahl aller Beobachtungen 
war eine hochgradige Atrophie der betreffenden Kerne, der
	        

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