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wohl auch den Existenzsorgen, den körperlichen An
strengungen und der unhygienischen Lebensweise, welche
Patient als Landstreicher führte, eine gewisse Bedeutung
für die Entwickelung der Krankheit zuschreiben. Von
weit größerer Wichtigkeit scheint mir allerdings das
Überstehen einer Meningitis zu sein, zumal da erst im
Anschluß an diese Erkrankung die ersten Zuckungen und
die Gedächtnisschwäche zum Ausbruch gekommen sind.
Man kann sich sehr wohl vorstellen, daß von den er
krankten Meningen aus der entzündliche Prozeß sich
weiter verbreitet und eine Encephalitis verursacht hat mit
Gliawucherung und Schwund der Ganglienzellen, Er
scheinungen, wie sie, als bei der chronischen, progressiven
Chorea vorkommend, hier beschrieben worden sind.
Bemerkenswert ist der Umstand, daß in dem vor
liegenden Falle auch ruckartige Bulbusbewegungen vor
handen sind, wie sie sonst nur ausnahmsweise selten
zur Beobachtung kamen. Auch auf die geringe Störung
der Hautsensibilität und die Steigerung der mechanischen
Muskelerregbarkeit möchte ich noch hinweisen, da hier
über bis jetzt nur ganz vereinzelte Beobachtungen ver
öffentlicht worden sind. Im übrigen weicht der vor
liegende Fall in seinen Symptomen von den typischen
Fällen Huntingtonscher Chorea in keiner Weise ab.

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