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herumgebummelt sein. Angeblich hat er in Leipzig wegen
Genickstarre im Krankenhaus St. Jacob gelegen; 9 Wochen
lang hat er hohes Fieber und starke Kopfschmerzen
gehabt. Seitdem soll das Gedächtnis allmählich nachge
lassen haben. 1902—1904 ist er in der Irrenanstalt Dösen
bei Leipzig gewesen. 1907 geriet er in Altona wegen
Betteins in Haft, er wurde schließlich vom Altonaer Ge
fängnis in die Irrenpflegeanstalt und von dort nach Kiel
übergeführt. Im ganzen ist er 36mal im Gefängnis gewesen
wegen Beleidigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt,
Sachbeschädigung, Betteins und Landstreichens. Nach
dem Beginn der Zuckungen gefragt, gibt er an, daß sich
dieselben nach der Genesung von der Genickstarre ein
gestellt hätten, seitdem leide er auch an Gedächtnis
schwäche. Den Zeitpunkt könne er nicht mehr genau
angeben. Er habe wegen seiner Zuckungen schwer
Arbeit bekommen können, da die Leute ihn immer für
betrunken gehalten hätten.
Status praesens:
Patient ist von mittlerem Körperbau, mäßiger Mus
kulatur und Ernährung.
Größe: 170 cm.
Gewicht: 66,5 kg.
Temperatur: o. B.
Die Haare sind gelichtet, das Gesicht und die sicht
baren Schleimhäute normal gerötet, keine sichtbaren
Narben, Schädel nicht empfindlich. Patient zeigt eine
beständige choreiforme Unruhe. Mitbewegen des Kopfes,
Heben der Brauen, Zucken der Mundwinkel, Öffnen und
Schließen des Mundes, ruckartige Bulbusbewegungen, ln
beiden Armen lebhafte Unruhe, die Finger werden bald
gebeugt, bald gestreckt, manchmal faßt Patient ruckartig
mit der linken Hand nach der rechten. Beim Sitzen Ab
duktion und Adduktion der Beine, Heben und Senken der
Fersen u. a. m. Feinschlägiger Tremor der Hände.
Der Gang ist breitbeinig, stampfend und schwankend,
mit plötzlichen ruckartigen Abweichungen nach der Seite.
Die Zunge wird nach rechts herausgestreckt und ist

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