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Rinde, Vermehrung der Gliakerne daselbst. Im Kleinhirn
und Rückenmark ähnliche Veränderungen. Stier bekennt
sich in einer Arbeit aus der Binswangerschen Klinik zu
folgender Auffassung: Die Krankheit beruht auf einer
anormalen Anlage der motorischen Rindencentren. Sie
beginnt in diesen Teilen des Gehirns mit einer Wucherung
der Neuroglia, welche teils diffus, teils disseminiert ist.
Gleichzeitig treten Veränderungen der Gefäße mit Aus
wanderung lymphoider Zellen in das perivasculäre Gewebe,
häufig auch mit Haemorrhagien auf. Dabei kommt es
zum Untergang der kleinen und mittleren Ganglienzellen.
Neivendegeneration in Gehirn und Rückenmark, Atrophie
des Gehirns und Beteiligung der Hirnhäute soll die Folge
längeren Bestehens dieser Erkrankung sein. — Daval
stellte 1905 an 2 Fällen Gliawucherung und Ganglienzell
veränderung in den oberen Rindenschichten des Stirn
hirns und der motorischen Region fest.
Man sieht, die anatomischen Befunde im Nerven
system bei Huntingtonscher Chorea sind verschiedener
Art. Eine vollkommene Einigung darüber hat man noch
nicht erzielt, doch darf man wohl annehmen, wie dies
Hoffmann und Huet schon 1888 und 89 taten, daß sich
der Sitz der Erkrankung in der Großhirnrinde und haupt
sächlich in den motorischen Regionen befindet. Makros
kopisch findet sich in den meisten Fällen eine Rinden
atrophie, mikroskopisch ein chronisch entzündlicher Vor
gang in der Hirnrinde mit Wucherung der Stützsubstanz
und Zugrundegehen der Ganglienzellen. Welche anato
mischen Veränderungen die primären sind, ist auch noch
nicht sicher festgestellt. Die einen nehmen die Gefäß
veränderung als Ausgangspunkt der Erkrankung an, die
eine Vermehrung der Neuroglia und damit eine Druck
atrophie der angrenzenden Ganglienzellen herbeiführen soll.
Eine andere Erklärung geht dahin, daß zuerst das Parenchym
auf Grund einer pathologischen Anlage veröde und dann
vicariierend eine Vermehrung der Stützsubstanz erfolge.
Das Leiden beginnt nie in der Jugend, sagt Hunting
ton, meistens zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr,

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