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Einfluß des Willens auf die unwillkürlichen Bewegungen
allmählich auf.
Die Reflexe sind bei der chronischen progessiven
Chorea meist gesteigert, die grobe Muskelkraft, die mecha
nische und elektrische Muskelerregbarkeit pflegen normal
zu sein, doch hat Biernacki einen Fall mit gesteigerter
mechanischer Muskelerregbarkeit veröffentlicht. — Die
Pupillen sind häufig sehr weit, die Reflexe auf Licht und
Akkommodation bleiben erhalten. Störungen der Blasen-
und Mastdarmfunktion sollen nach Wollen berg nur
als zufällige Complikationen Vorkommen.
Das Typischste in dem Krankheitsbilde der Hunting-
tonschen Chorea sind die psychischen Störungen, sie
stellen sich meist erst längere Zeit nach dem Beginn der
somatischen ein. Die Störungen liegen hauptsächlich auf
dem Gebiete des Intellects; Gedächtnisschwäche pflegt das
erste zu sein, worüber die Patienten klagen. Die Ab
nahme der Intelligenz steigert sich dann allmählich in
langsamem, unaufhörlichem Fortschreiten bis zur tiefsten
Verblödung. Nach den Angaben von Ewald, v. Sölder,
Kornilow und Kattwinkel soll in seltenen Fällen die
Huntingtonsche Chorea auch ohne Störungen der Intelligenz
verlaufen, doch meint Müller, daß es sich bei diesen
Autoren nicht um völlig abgeschlossene Fälle gehandelt
habe, sie ließen nur den Schluß zu, daß in einzelnen
Fällen der geistige Verfall unverhältnismäßig spät eintrete.
Manchmal entwickelt sich der Intelligenzdefekt bis zu
einem gewissen Grade, bleibt dann eine Zeitlang stationär,
um schließlich wieder schleichend fortzuschreiten, in anderen
Fällen bleibt der progessive Charakter der Erkrankung
dauernd bewahrt.
Störungen des Affekts, wie Reizbarkeit, lebhafter
Stimmungswechsel spielen sowohl bei der Huntingtonschen
wie bei der Chorea minor eine Rolle, dagegegen sollen
Erregungsszustände maniakalischer und hallucinatorischer
Art, wie sie bei der invantilen Chorea Vorkommen, bei
der chronischen Form nach Wollenberg nur als zufällige
Complikationen gefunden werden. Ueberschätzungs- und

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