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es zugibt, und auch Esser, Blankenstein und Matthies
in ihren Fällen die Mitbeteiligung der Kehlkopfmuskulatur
erwähnen. Die Muskeln des Bulbus oculi bleiben in den
meisten Fällen von den Zuckungen verschont, doch er
wähnt v. Soelder einen gegenteiligen Fall, ebenso Etter,
der einmal einen lebhaften seitlichen Nystagmus sah.
Die Zuckungen bei der chronischen Chorea sollen
im Gegensatz zu denen der infantilen weniger ausgiebig
sein und weniger rasch auf einander folgen. In der Ruhe
pflegen die Bewegungen an Intensivität nachzulassen und
im Schlafe vollkommen aufzuhören. Mayer erwähnt
allerdings einen Fall, wo die Bewegungen auch im Schlaf,
wenn auch wesentlich vermindert, fortbestanden. Gemüts
bewegungen führen eine heftige Steigerung der chorea
tischen Bewegungen herbei. Wenn sich die Kranken be
obachtet wissen, wenn man sie beispielsweise examiniert,
werden sie verlegen, und die Folge ist eine wesentliche
Zunahme der Zahl und Intensität der Zuckungen. In den
meisten Fällen chronischer Chorea kann man im Gegen
satz zur infektiösen Chorea die Beobachtung machen, daß
bei intendierten Bewegungen die unwillkürlichen Be
wegungen in den innervierten Muskelgruppen geringer
werden und in einzelnen Fällen auch vollkommen ver
schwinden. Die an der Bewegung nicht beteiligten
Muskeln werden dann meist um so stärker von den
Zuckungen befallen. Einen gewissen Einfluß auf die
choreatischen Bewegungen muß man bei der progressiven
Chorea auch dem Willen zuschreiben. Wenn man die
Kranken auffordert, die Zuckungen zu unterdrücken, so
wird man in vielen Fällen bemerken können, daß es
ihnen bis zu einem gewissen Grade und für kurze Zeit
gelingt, die Intensität herabzusetzen. Ziehen nimmt zur
Erklärung dieser Tatsache an, daß die Kranken im Laufe
der Zeit erlernen, die unwillkürlichen Muskelkontraktionen
durch willkürliche Innervation der Antagonisten der be
fallenen Muskelgruppen zu compensieren. Mit dem Fort
schreiten der Krankheit hört, wie Wollenberg und mit
ihm Hoffmann, Zacher und Jolly hervorheben, der

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