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verschiedenen Fällen eine chronische Chorea sich ent
wickeln sehen im Anschluß an ein Trauma. Hoffmann
sah die Krankheit entstehen nach einem Knöchelbruch,
Grimm nach einem gewaltsamen Untertauchen im Bade,
Etter nach Fall von einer Leiter und Überfahrenwerden.
Wenn auch das Trauma allein für den Ausbruch der
Krankheit kaum verantwortlich zu machen sein wird, so muß
man ihm doch jedenfalls als auslösenden Faktor bei be
reits bestehender neurasthenischer Disposition eine her
vorragende Rolle zuerteilen. Die gleiche Bedeutung als
aetiologisches Moment möchte ich den von mehreren
Seiten erwähnten körperlichen Überanstrengungen, Sorgen
und der unhygienischen Lebensweise beimessen.
Ich möchte jetzt mit kurzen Worten auf die Symptom
atologie der Huntingtonschen Chorea eingehen. Wir
können auch hier, wie bei der infantilen Chorea, körper
liche und geistige Symptome unterscheiden. Unter den
körperlichen stehen die choreatischen Bewegungen im
Vordergrund; sie sind es meistens, welche das Krank
heitsbild eröffnen. Übereinstimmend werden die chorea
tischen Bewegungen von allen Autoren als unwillkürliche,
unkoordinierte charakterisiert. Zuerst pflegen die Muskeln
des Gesichts befallen zu werden; es kommt zu dem be
kannten Grimassieren der Kranken. Die Mundwinkel
werden herauf- und herabgezogen, die Lider aufgerissen
und geschlossen, die Stirn gerunzelt u. a. m. Die un
willkürlichen Bewegungen in den unteren Extremitäten
treten gewöhnlich später auf als in den oberen. Der
Gang wird in fortgeschrittenen Fällen chronischer Chorea
als breitbeinig, schwankend und stampfend beschrieben
und soll dem eines Betrunkenen ähneln. Auch die Zunge,
die Kau- und Schlingmuskulatur, die Atemmuskeln werden
von den Zuckungen betroffen; es kann dies zu Störungen
der Sprache, der Nahrungsaufnahme und der Respiration
führen. Ob die choreatischen Bewegungen auch auf die
Kehlkopfmuskulatar übergreifen, darüber gehen die Mei
nungen noch auseinander. Baginsky z. B. leugnet das
Vorkommen einer Larynxchorea, während Wollenberg

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