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(Steil wag) — Hydrops vaginae nervi optici. Auf dieser
Tatsache basiert die S c h m i d t - M a n z 'sehe Theorie über
die Entstehung der Neuritis. In Folge der Ansammlung
von Flüssigkeit im Zwischenscheidenraum kommt es zu
Lymphstauung im Sehnervenstamm selbst, namentlich im
Bereiche der lamina cribrosa, deren Lymphlücken mit dem
Zwischenscheidenraum Zusammenhängen. Das Oedem der
Lamina cribrosa bedingt eine Compression der Centralgefäße.
Dieselbe macht sich an der Centralvene des Sehnerven
früher und in höherem Maße geltend als an der Central
arterie. Indem durch diese beständig eine Blutmenge in
den Sehnervenkopf einströmt, welche durch die verengerte
Centralvene nicht wieder vollständig abgeführt werden kann,
kommt es zu venöser Stauung im Sehnerven und dadurch
zur Anschwellung desselben. Diese führt an jener Stelle,
wo der Sehnerv so eng im Foramen sclerae steckt, zu einer
Incarceration desselben und infolge dessen entwickelt sich
in dem strangulierten Sehnervenkopfe ein hochgradiges
Oedem. Die so entstandene Neuritis ist also weniger eine
eigentliche Entzündung, als vielmehr ein entzündliches Oedem,
und wird demgemäß als Stauungsneuritis oder Stauungs
papille bezeichnet.
Von größter Bedeutung ist als weiteres Allgemein
symptom die Beno m menhei t. Sie fehlt allerdings meist
im Beginn der Erkrankung, oder wenn es sich um kleine
oder extracerebral gelegene Tumoren bandelt. Auf der
Höhe der Erkrankung ist aber in der Regel das Sensorium
getrübt. Es besteht Schlafsucht, die Patienten lassen Kot
und Urin unter sich. Anfangs erscheinen sie nur schwer
besinnlich, dann aber leidet beim Größerwerden des Tumors
auch die Intelligenz und das Gedächtnis. Auch Wahnideen,
Halluzinationen, Melancholie und Witzelsucht sind beobachtet,
und zwar erwähnt die Litteratur Fälle, wo die psychischen
Störungen das erste klinische Symptom einer Hirnerkrankung
bildeten.
Das Erbrechen gehört zu den fast konstanten
Merkmalen der Neubildungen, welche von der in der hinteren
Schädelgrube gelegenen Hirnabschnitten ausgehen; bei den
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