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Thalamus opticus.
Schuster veröffentlicht 23 Fälle, die in ihrem ana
tomischen Substrat zwar den Punkt gemeinsam haben, daß
die Neubildung von den Basalganglien nur den Sehhügel
ergriffen hatte, und daß der Streifenhügel verschont geblieben
war. Jedoch war die übrige Nachbargegend des Thalamus
immerhin noch in der Mehrzahl der Fälle (12) mitergriffen.
Im günstigsten Falle bleiben somit 11 Tumoren von den
23 übrig, in welchen außer der Zerstörung eines oder beider
Sehhügel kein weiterer wesentlicher pathologisch-anatomischer
Befund (auch kein Hydrocephalus) vermerkt ist, sodaß bei
diesen 11 Tumoren allenfalls über die Bedeutung des Seh
hügels für die psychischen Funktionen diskutiert werden
könnte. Aber auch die so noch übrig bleibenden Fälle ver
lieren noch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß
bei einem Teil derselben die die Autopsie betreffenden No.
tizen sehr spärlich sind. Infolge des letzteren Umstandes
erscheint es nicht unwahrscheinlich, daß der die Tumoren
der Ventrikelgegend so überaus häufig begleitende Hydro
cephalus nicht überall notiert worden ist, und daß deshalb
in einem Teil der Fälle die bestehende geistige Störung,
welche 16 mal in einer bloßen Lähmung und Benommenheit
bestand, auf den eben begleitenden Hydrocephalus zurück
zuführen ist.
Aus dem Material der vorliegenden 23 Fälle ist es
daher nicht möglich, irgend eine nennenswerte Beziehung
des Thalamus zu den psychischen Funktionen im allgemeinen
zu konstruieren. In diesen Fällen findet sich auch keine
Stütze für die von Kirchhof! ausgesprochene Hypothese
betreffs einer besonderen Bedeutung des Sehhügels für die
Lust- und Unlustgefühle und für die Affektzustände (Probst).
Was die Beteiligung der beiden Hirnhemisphären be
trifft, so ist in der Gesamtsumme der Fälle die rechte Seite
ungefähr ebenso oft wie die linke vertreten (7 :8).
Die Neubildungen des Thalamus können nach Oppen
heim ohne jedes durch den Ort der Entwicklung bedingte
Symptom verlaufen. M a n a k o w, dem sich Probst an-
schlicßt, spricht sich dahin aus, daß sämtliche Sinnesnerven,

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