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liegt darin, daß die Tumoren nicht nur auf die Partien des
Gehirns wirken, an denen sie lokalisiert sind, sondern daß
sie auch irritierend und lähmend auf solche Gehirnregionen
wirken können, die ganz entfernt von dem Sitz des Tumors
liegen. Es ist also bei allen Herdsymptomen mit der sog.
Fernwirkung der Tumoren zu rechnen, wenn eine Lokal
diagnose gestellt werden soll. Dies ist von großer Be-
deutung bei der operativen Behandlung von Gehirngeschwülsten.
Die erste Stelle unter den Herdsymptomen nehmen
wohl die Sprachstörungen ein. Sie werden immer
dann auftreten, wenn durch den Tumor eine Läsion des
linken Stirnlappens oder Schläfenlappens bedingt ist. Je
nach dem Sitz der Läsion entsteht eine motorische, senso
rische oder amnestische Aphasie. Sehr ausgesprochen sind
die Herdsymptome ferner bei Tumoren, die die motorische
Region betreffen, also die Centralwinduugen.
Bei Tumoren des Stirnhirns hat man wiederholt die
von Jastrowitz und von Leyden zuerst beschriebene
Witzelsucht beobachtet, eine psychische Anomalie, die man
jetzt für Tumoren des Stirnhirns für charakteristisch hält.
Für die Geschwülste der Scheitellappen hat man bisher
noch keine typischen Herdsymptome auffinden können. Bei
Geschwülsten des Occipitallappens beobachtet man fast stets
Hemianopsie. Bei Tumoren des linken Occipitallappens hat
man optische Aphasie und Alexie gesehen, da dann die
Leitungsbahnen, welche von den Sehsphären zu den Spraeh-
regionen, von hier durch den linken Schläfenlappen laufen,
unterbrochen sind.
Von Wichtigkeit sind ferner noch die Tumoren des
Kleinhirns. Sie bedingen eine starke Ataxie und Gleich
gewichtsstörung; die Tumoren der Vierhügel rufen auch
Ataxie hervor daneben Augenmuskellähmungen. Die Ge
schwülste des Pons haben als typisches Symptom die Hemi-
plegia alternans, bei welcher Facialis, Abducens und Trige
minus oder einer derselben auf der einen Seite, die Extre
mitäten auf der anderen Seite gelähmt sind. Endlich sind
noch die Tumoren der großen Ganglien zu nennen, besonders
des hier speziell interessierenden.

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