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Agar: Bei allen 3 Stämmen nach 24 Stunden kleine Kolonieen, an
Durchsichtigkeit etwa in der Mitte zwischen Meningo- und Staphylo
kokken stehend; bei schwacher Vergrößerung glatter Rand; leicht bräun
liche Färbung.
Glycerinagar: Ebenso.
Blutagar: Bei Stamm I und II kleine weißliche Kolonieen; keine
Veränderung des Blutfarbstoffes. — Bei Stamm III Kolonieen ebenso
groß, in 5 Tagen bis 2 mm breit werdend; breiter Hof, in dem der
Blutfarbstoff zerstört ist.
Bouillon: Bei allen minimale Trübung, geringer Bodensatz; bei
III etwas stärker.
Traubenzuckeragar im Röhrchen, kurz vor dem Erstarren be
impft: Bei allen nur an der Oberfläche kräftiges Wachstum ohne Gas
bildung.
Milch: Bei allen unverändert, trotz nachweisbarer Vermehrung.
Ascitesagar: Bei allen sind die Kolonieen nicht größer als auf
gewöhnlichem Agar. Bei Stamm III nach 48 Stunden deutliche Trübung
des Nährbodens, die einen 1—2 mm breiten Hof um die Kolonie bildet.
Auf allen festen Nährböden haben die Kolonieen erst nach 48 Stunden
volle Entwickelung.
Auf Lackmusagar, der mit je 1 Proz. Dextrose, Galaktose, Maltose
und Saccharose versetzt ist, wachsen Stamm I und III blau; Stamm II
wurde nicht geprüft.
Auf schrägem Agar wird die Kulturmasse des Stammes III nach
einiger Zeit zäh-schleimig, so daß nur schwer etwas davon an der Nadel
hängen bleibt.
Tierversuche wurden mit Stamm I und II nur an grauen und
weißen Mäusen gemacht: es konnten beliebige Mengen, bis zu einer
ganzen Kultur auf schrägem Agar, in die Bauchhöhle eingespritzt werden:
die Tiere zeigten kurzdauernde Krankheit, gingen aber nicht ein. Sub
kutan geimpfte Mäuse wurden nicht krank. Dagegen war Stamm III
für Mäuse pathogen: 2 graue Mäuse, mit 1 Oese Kultur intraperitoneal,
starben nach 20 und 36 Stunden. Aus der Milz und dem Herzblut
wurden dieselben polymorphen Bakterien in Reinkultur gezüchtet. Direkte
Ausstriche von Milz und Herzblut zeigten mäßig viele gramnegative Diplo
kokken. Ebensoviel erhielt ein Meerschweinchen intraperitoneal, ein
zweites intracardial (nach Morgenroth, Zeitschr. f. Hyg. Bd. XLVIII.
1904. p. 195); sie gingen nicht ein. Auch vertrugen Tauben Einspritzung
von 2 Oesen frischer Kultur in die Flügelvene und in die Leibeshöhle.
In allen 3 Fällen lag klinisch ausgesprochene Meningitis vor. Da
aber diese Mikroorganismen in keinem der Fälle in Reinkultur wuchsen,
auch nur wenige oder gar keine Kokken im direkten Präparate gefunden
wurden, so hätten wir trotz ihrer überwiegenden Zahl in den Kulturen
— es war 0,5 ccm Flüssigkeit ausgesät — kaum anzunehmen gewagt,
daß sie schon in den Meningen vorhanden waren, und daß sie nicht erst
bei der Entnahme in die Flüssigkeit gelangt seien. Nun hat aber kürz
lich v. Hi bl er ähnliche Keime bei zwei Sektionen an Meningitis ge
storbener Patienten fast in Reinkultur aus dem Gehirneiter gezüchtet.
Das läßt die Annahme zu, daß es sich auch in unseren Fällen nicht um
eine zufällige Beimengung handelt. Die Mikroorganismen des 3. Falles
v. Hiblers scheinen, soweit das die vorläufige Mitteilung erkennen
läßt, den unsrigen recht ähnlich zu sein, wenn auch das Wachstum unter
anaöroben Bedingungen in Traubenzuckeragarröhrchen, das er beob

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