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eine Mal aus Galaktose, das andere Mal aus Galaktose, Lävulose und
Saccharose keine Säure. Laktose und Mannit gegenüber wich er also
konstant von den beiden ersten Stämmen ab. Man könnte nun daran
denken, daß die beiden letztgenannten Stämme nicht der echte Diplo-
coccus intracellularis meningitidis sind, zumal da sie von
isolierten Erkrankungsfällen in nicht von der Genickstarre befallener
Gegend stammen; bedenkt man indes, daß sie sich mikroskopisch (gram
negative Semmelformen, viele Involuti'onsformen) und auf allen Nähr
böden, abgesehen von den Zuckerarten, und in ihrer Lebensfähigkeit
genau wie echte Meningokokken verhalten, daß sie außerdem von dem
mit einem der älteren Stämme (1413) gewonnenen Kaninchenserum in
gleicher Weise agglutiniert werden (Tabelle III), so ist an ihrer Identität
mit dem Weichselbaumschen Diplococcus kaum zu zweifeln.
Sicher ist Stamm 3239 kein Micrococcus catarrhalis und 2836
kein Diplococcus crassus trotz des gleichen Verhaltens auf den
Zuckern. Auch handelt es sich beide Male um klinisch sichere Meningitis,
was bei No. 3239 noch durch die Sektion bestätigt wurde. Auch sei
noch darauf hingewiesen, daß die 4 Stämme immer nebeneinander in
derselben P e t r i - Schale geprüft wurden, daß also zufällige Unterschiede
im Nährboden keine Rdlle gespielt haben können. Unserer Erfahrung
nach, die sich allerdings leider nur nuf 4 Fälle erstreckt, ist also dem
Verhalten den verschiedenen Zuckerarten gegenüber einstweilen diffe
rentialdiagnostisch kein ausschlaggebender Wert beizulegen.
Tabelle III.
Agglutination mit dem Serum eines mit Meningokokken
(Stamm 1413) behandelten Kaninchens.
Stamm
(Bucbnummer)
1:100
1:200
1:500
1:1000
Kontrolle
in HaCl
1413
+
+
4-
0
0
1454
+
+
0
0
0
2836
4-
+
0
0
0
3239
+
+
+
+0
0
Bei der Agglutinationsprüfung der Meningokokken bedienten
wir uns meist eines Pferdeserums vom Titer 2000 aus dem Institut für
Infektionskrankheiten in Berlin. Wir verfuhren ebenso, wie oben bei
der Prüfung von Krankensera beschrieben ist. Tabelle IVa ergibt, daß
eine ganze Anzahl der Stämme bis zum Endtiter agglutiniert wurde.
Der Versuch gelang sofort einwandfrei mit Ausnahme von den nicht
sehr zahlreichen Fällen, in denen in der Kontrollaufschwemmung der
Kokken in Kochsalzlösung eine Spontanagglutination entstand, die eine
Wiederholung des Versuches notwendig machte. Damit wird die Diagnose,
wenn sie wie bei Untersuchung von Rachenschleim mit der Agglutination
steht und fällt, um mindestens 24 Stunden hinausgeschoben. Allerdings
ist manchmal trotz dieser Schwierigkeiten die Echtheit der Agglutination
evident, indem sie um so schneller auftritt, je weniger das Serum ver
dünnt ist, während die Häufchenbildung im Kontrollröhrchen erst später
nachfolgt, ja letztere wurde sogar fast regelmäßig beobachtet, wenn die
Röhrchen versehentlich 36 Stunden im Brutschrank blieben. Es ist
daher in der Tabelle IVb für einige Stämme die Agglutination innerhalb
2 Stunden angegeben. — Daß der Stamm 1427 nicht agglutiniert wurde,
ist um so auffälliger (der Versuch ist allerdings leider nur einmal ge
macht), als er aus der Leiche einer Patientin gezüchtet wurde, aus der

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