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mäßig die Kulturen auf solche Verunreinigungen durchmustert, kann
man allerdings leicht „Umwandlungen in andere Typen“ erleben. Solche
als Abkömmlinge der Meningokokken zu bezeichnen, hat bei unserem
Material nie ein zwingender Grund Vorgelegen.
Sieben 3 Wochen bei 22° gehaltene Gelatineröhrchen mit verschie
denen Meningokokkenstämmen ergaben kein Wachstum.
Bei wiederholten Versuchen wurde auffallenderweise trotz tunlichster
Vermeidung von Erschütterungen die von Alb recht und Ghon,
Ivister, Manteufel, Bettencourt und Fran§a beschriebene Trü
bung und Kahmhautbildung in BouilIon-Röhrchen nicht beobachtet.
Wohl aber vermehrte sich einer der in Bouillon nicht gewachsenen
Stämme in flacher Schicht von Ascitesbouillon im Erlenmeyer-
Kolben deutlich. Daß die entstandene Trübung nicht durch eine Ver
unreinigung bedingt war, bewies die auf Ascitesagar daraus erzielte
Reinkultur.
Wurden Meningokokken in Röhrchen mit Traubenzuckeragar ver-
impft und für gründliche Verteilung Sorge getragen, so trat nur an der
Oberfläche Wachstum auf.
Ein Versuch, die Wachstumsenergie der Meningokokken durch
Symbiose mit anderen Mikroorganismen zu fördern, schlug fehl: die
Meningokokken wurden in reichlicher Menge in verflüssigtem Trauben
zuckeragar verteilt, der Agar in eine große Schale ausgegossen und nun
40 verschiedene, ganz beliebige Hefen, Kokken, Stäbchen, Vibrionen aus
der Sammlung des Instituts in je einem kurzen Impfstrich auf die Ober
fläche des erstarrten Agars gebracht. Es zeigte sich dabei nur, daß in
der nächsten Umgebung des Impfstriches von Bact. coli keine Meningo-
kokkenkolonieen entstanden, offenbar infolge der gebildeten Säure; in
gewöhnlichem Agar nämlich hinderte das Bact. coli das Gedeihen der
Meningokokken in keiner Weise.
v. Lingelsheim hat festgestellt, daß die echten Meningokokken
bei Prüfung auf verschiedenen Zuckernährböden nur Dextrose und
Maltose vergären, die ihnen ähnlichen Kokken aber sich denselben
Zuckern gegenüber anders verhalten; z. B. Micrococcus catar-
rhalis zerlegt keinen Zucker, Diplococcus crassus die Mehrzahl.
Ich benutzte 4 meiner Meningokokkenstämme zudem gleichen Versuche;
davon stammen 2 (No. 1413 u. 1454) aus der Zeit der kleinen Epidemie,
2 (No. 2836 u. 3239) wurden im August aus Kieler Fällen gezüchtet, die
wohl durchaus als sporadisch zu bezeichnen sind.
Es wurde ls des betreffenden Zuckers in 10 ccm Kahl bäum scher Lackmus
tinktur gelöst und davon 1,5 ccm zu 13,5 ccm des im Kieler hygienischen Institute
gebräuchlichen schwach alkalischen Agars hinzugesetzt, so daß die Mischung 1 Proz.
Zucker enthielt. In Platten ausgegossen, hatte die Mischung eine deutlich blaue Fär
bung. Andere Male wurde der Versuch genau nach der Vorschrift von v. Lingels
heim gemacht unter Benutzung neutralen Agars mit Ascitesfliissigkeit, zu der die
Zuckerlösungen, die vorher durch eine bestimmte Menge Sodalösung alkalisch gemacht
sind, hinzugesetzt werden. Auf jeder Platte wurde von den 4 zu prüfenden Stämmen
je ein 2 cm langer Impfstrich gemacht. Es wurden angewandt: Dextrose, Lävulose,
Galaktose, Saccharose, Laktose, Maltose, Mannit.
Bei (len beiden früher isolierten Stämmen war in 6 Versuchen das
Ergebnis wie bei v. Lingelsheim: nur auf den Platten mit Dextrose
und Maltose zeigte sich deutliche Rötung des Impfstriches. Die beiden
jüngeren Stämme dagegen verhielten sich abweichend: No. 3239 konnte
bei keinem Versuch irgend einen der Zucker zerlegen, No. 2836 griff
bei 4 Versuchen alle 7 Zucker an, nur in 2 Versuchen bildete er das

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