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Normalseren zu machen, bevor auf so niedrige Agglutinationswerte bei
Kranken großer Wert gelegt werden darf.
Eigenschaften der gefundenen Meningokokken.
Die Fortzüchtung der Meningokokken zum weiteren Studium geschah
auf schräg erstarrtem Ascitesagar oder auch auf Ziegenserumagar (2 Teile
Agar, 1 Teil Serum). Um Austrocknung möglichst zu vermeiden, wurden
die Röhrchen verschlossen durch Eintauchen der Wattepfropfe in flüssig
gemachtes Paraffin nach Reiner Müller (Centralbl. f. Bakt. etc. Abt. I.
Orig. Bd. XLI. p. 519). Die Uebertragung geschah jeden 2. oder 3. Tag.
Schon am 4. Tage muß erheblich viel mehr Kulturmasse ausgestrichen
werden, weil sonst leicht das Wachstum ausbleibt. Vom 5. Tage an ist
auf Lebensfähigkeit nicht mehr mit Sicherheit zu rechnen: nur einzelne
Stämme sind einmal noch am 10. Tage wieder gewachsen; es handelte
sich jedoch keineswegs um überhaupt resistentere Stämme, da sie bei
späteren Versuchen schon etwas früher eingingen. Von den meisten
Untersuchern (Kolle und Wassermann, Faber, Alb recht und
Ghon u. A.) wird zum Uebertragen in kurzen Zwischenräumen nicht
nur in den ersten Generationen ermahnt, v. Lingelsheim hat einige
Stämme, die sich an Agar gewöhnt hatten, bis zu 14 Tagen lebens
fähig erhalten. Systematisch wurde diese Gewöhnung von mir nur bei
4 Stämmen versucht, indem anfangs täglich überimpft wurde und erst
allmählich seltener. Obwohl das anfängliche Wachstum auf dem Agar
nur sehr kümmerlich war (wenige Kolonieen oberhalb des Kondens-
wassers), wuchsen sie in den folgenden Generationen etwas üppiger.
Dennoch blieb bei dreien dieser Stämme trotz Ueberimpfung in Zwischen
räumen von 2—3 Tagen das Wachstum nach einiger Zeit aus. Da
außerdem der Impfstrich fast nie so dick wurde wie auf eiweißhaltigen
Nährböden, so wurden diese letzteren beibehalten 1 ). Kaum besser als
gewöhnlicher Agar war Agar mit 1 Proz. Traubenzucker oder 5 Proz.
Glycerin. Die Beobachtung von Kolle und Wassermann, daß bei
Wechsel des Nährbodens, z. B. von Ascitesagar auf Serumagar, das
erstmalige Wachstum Schwierigkeiten bietet, konnte wiederholt bestätigt
werden. In Milch, die unverändert blieb, lebten bei einem Versuch die
Keime noch nach 5 Tagen. Durch Antrocknung an Seidenfäden nach
der Vorschrift Heims (Lehrb. d. Bakt. 3. Aufl. 1906. p. 285), eine Kon
servierung lebensfähiger Meningokokken zu erreichen, gelang nicht. Bei
2 Stämmen war trotz Ueberimpfung in 2tägigen Intervallen Fortzüchtung
über die 3. Generation hinaus nicht möglich.
Es wurden auf diese Weise 19 Stämme kürzere oder längere Zeit,
bis jetzt bis zu 5 Monaten, fortgezüchtet. Auch an diesem Material hat
sich im Gegensatz zu den ehemaligen Angaben von Jäger, Heubner,
Sorgente, Lepierre die völlige Konstanz des einzelnen Meningo
kokkenstammes erwiesen. Da man fortwährend mit Nährböden zu tun
hat, die nicht durch Hitze zu sterilisieren sind, so ist es allerdings keine
Seltenheit, daß sich in den Röhrchen, besonders im Kondenswasser,
andere Keime entwickeln, gelegentlich auch grampositive Kokken, die
dann rasch die Meningokokken überwuchern. Wenn man nicht regel
1) An dem etwas kostbaren Material kann man erheblich sparen, wenn man, wie
mir Herr Dr. R. Müller riet, gewöhnlichen schräg erstarrten Agar mit einer dünnen
Schicht Ascitesagar übergießt.

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