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anfangs zum Vergleich neben dem Ascites verwandte Ziegenserum war
weniger brauchbar, weil es den Nährboden trübte. Auf den zum Ver
gleich ohne Kohlenhydrate angesetzten Ziegenserum- und Ascitesnähr
böden sah ich nie eine Rötung, obwohl z. B. 0 o b b e t annimmt, daß
Diphtheriebacillen in solchen Serumnährböden Säure bilden. Um unter
ganz gleichen Bedingungen zu züchten, wurden stets mehrere Stämme
in dieselbe P e tri - Schale verimpft. Nach 3—4 Tagen machte sich meist
ein Nachbläuen durch Alkalibildung bemerkbar; eine längere Beobachtung
änderte das Ergebnis kaum.
Die Tabellen I und II zeigen, daß von 78 Stämmen aus den
18 Kohlenhydraten sehr ungleichmäßig Säure gebildet wurde. Aus
einigen bildeten sehr zahlreiche Stämme Säure, also Rötung, aus anderen
nur ganz vereinzelte. So wurde Dulzit, Isodulzit und Inulin von keinem
Stamme, Erythrit von 1 und Adonit von 2 Stämmen verändert; während
Dextrose, Lävulose, Maltose, Laktose, Saccharose und Amylum solubile
mit der Mehrzahl (58 bis 41) Rötung erzeugten.
Für die Unterscheidung der Streptokokken l*aben sich mir Glyzerin,
Arabinose, Mannit, Raffinose und Amylum solubile als besonders geeignet
erwiesen. Mit Dextrose, Lävulose, Maltose und Saccharose dagegen
ließen sich kaum Verschiedenheiten erkennen, denn wenn die Stämme
auf einer davon rot wuchsen, so taten sie es meist auch auf den anderen.
Wenn also Baumgarten bei 46 Streptokokkenstämmen keine Unter
schiede in der Zerlegung von Trauben-, Milch- und Rohrzucker fand, so
kann dies nicht auffallen. Uebrigens hat schon Smith gesagt, daß
„Säurebildung und Gasbildung wertvolle diagnostische Merkmale sind,
wenn wenigstens 3 Zuckerarten, unter Ausschließung des Fleischzuckers,
geprüft werden“.
Daß man bei Wiederholung des Versuches nicht immer genau die
selben Resultate erhält, darf nicht wunder nehmen; denn es scheinen
schon allerlei unbedeutende Abweichungen in der Zusammensetzung des
Nährbodens von Einfluß auf die Säurebildung in den kohlen hydrathaltigen
Nährböden zu sein, wenn wir hören, daß nach Schultze der Eintritt
der Säurebildung abhängig ist von dem Alter der Kultur, nach Natvig
von der ursprünglichen Reaktion des Nährbodens, nach Rolly von dem
Gehalt der Laboratoriumsluft an C0 2 und NH ä , nach Köstler von dem
wechselnden Sauerstoffgehalt des Nährbodens und auch von der Her
kunft des Serums (Longcope, Warfield) insofern, als die Pneumo
kokken z. B. aus dem Serum eines an Nephritis oder an Urämie
Leidenden eine gewisse Menge Säure, aus tuberkulösem Rinder- oder
Pferdeserum keine Säure, aus normalem Kaninchenserum wieder deut
lich Säure bilden sollen. So wäre es auch wohl nicht von vornherein
ausgeschlossen, daß die Pneumokokken und auch die Streptokokken ver
schiedenartigem Ascites gegenüber sich ungleich verhielten. Gordon,
der flüssige Nährböden benutzte, gibt allerdings an, daß das Ergebnis
bei Wiederholung der Probe mit 800 Streptokokkenstämmen gleich ge
blieben wäre. Mir aber war auffallend, daß der Str. mjicosus 4 der
Tabelle IIB, der der Serie vom 2. Dez. zugefügt wurde — wenn auch
8 Stunden später als die anderen 10 Stämme (oder ob aus diesem
Grunde) — nur aus 4 Kohlenhydraten Säure bildete, bei Wiederholung
der Probe 10 Tage später aber deren 11 angriff; andererseits verhielten
sich beispielsweise die Pneumokokken 1 und 2 der Tabelle IIC in ver
schiedenen Serien gleich, der Stamm 2 der Tabelle IIB in derselben
Serie doppelt angelegt — allerdings von verschiedenen Nährböden aus
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