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züchtete Streptokokkenstämme zersetzten sämtlich Saccharose, nicht aber
Mannit. 300 Streptokokkenstämme aus Kot zersetzten alle das Glykosid
Salizin, was bei den erstgenannten nur selten geschah. 200 Strepto
kokkenstämme aus dem Körper kranker Personen zersetzten zum größten
Teil Saccharose und Laktose (teilweise auch Salizin), gaben sonst keine
einzige positive Reaktion. Gordons Angaben, daß auf den verschiedenen
Zuckerarteri die Streptokokken sich unterscheiden ließen, wurden von
Nieter nicht bestätigt, der sie übrigens auch durch die Agglutination
nicht trennen konnte. Da inmann-und Mannegold beschrieben einen
Str. capsulatus gallinarum, der die „Schlafkrankheit der Hühner‘ L
erzeuge und der in Saccharosebouillon Säure bilde. Baumgarten
prüfte 14 Streptokokkenstämme auf Traubenzucker- und Milchzucker-
Lackmusagar, ferner 32 Streptokokkenstämme in Lackmusbouillon mit
Traubenzucker, Milchzucker oder Rohrzucker. Er fand, daß dadurch
sich die verschiedenen Streptokokkenstämme nicht unterscheiden lassen.
Dagegen hat Schultze mit dem von E. Fränkel empfohlenen Lack
mus-Laktose-Agar recht gute Erfolge gehabt; er betont, daß nur junge
Kulturen die Unterschiede deutlich zeigen. Einen Befund von Beitzke
und Rosenthal, denen ein Stamm zu verschiedenen Zeiten ungleiche
Resultate gab, führt Schul tze auf einen Wechsel in der Zusammen
setzung der Nährböden zurück. Endlich fand Nieter unter 65 Strepto
kokkenstämmen bei den meisten eine Rötung der Traubenzucker- und
Milchzucker-Lackmusbouillon, sowie der Barsiekowsehen Trauben- und
Milchzuckerlösung; aber keiner seiner Stämme habe im Gärungsröhrchen
mit 9 verschiedenen 1-proz. Zuckerbouillonarten auch nur eine Spur von
Gasbildung gezeigt. Wie Natvig schreibt, studierte Hayek die Säure
bildung der Streptokokken durch Zusatz von Lackmustinktur zu den
Nährböden; v. Lingelsheim (1903) führte die Titrierung der Bouillon
kulturen ein, die auch Pas quäl verwandte. Frau Sieber-Schumoff
(1892) hat die von den Streptokokken, Weichselbaum, Würtz und
Mosny haben die von den Pneumokokken gebildete Säure qualitativ
bestimmt. Natvig prüfte (1905) seine Streptokokkenstämme auch auf
neutralem 172-proz. Traubenzuckerhochagar mit Ascites (2:1); durch
Asciteszusatz werde der Agar lockerer, so daß der Sauerstoff der Luft
tiefer eindringen könne. Eine diffuse Trübung, die wohl auf Eiweiß-,
fällung beruhe, kennzeichne die Säurebildung.
Im Kieler hygienischen Institute wurden seit Mai 1907 die von
v. Lingelsheim angegebenen zuckerhaltigen Lackmus-Ascites-Nähr-
böden von Stövesandt bei Meningokokken geprüft. Durch Herrn
Dr. Reiner Müller wurde ich angeregt, das Verhalten von Strepto
kokken auf solchen Nährböden zu untersuchen.
Meine Streptokokkenstämme wurden aus den Proben, die dem
bakteriologischen Untersuchungsamte zugingen, gezüchtet und möglichst
frisch geprüft, derart, daß die in wenigen Tagen gesammelten Stämme
gemeinsam ausgesät wurden. Weitere Stämme verdanke ich der Güte
der Herren Professor Heim in Erlangen, Professor Kral in Prag und
Dr. Mandelbaum in München. Im ganzen wurden 18 Arten von
Kohlenhydraten verwandt und zwar 10-proz. Lösungen in Lackmustinktur
(nur das schwer lösliche Dulzit wurde in Substanz, Inulin und Amylum
solub. als Emulsion zugefügt), wovon jedesmal 1% ccm mit 10 ccm
3-proz. Nähragars gemischt wurden, worauf dieser 58 0 warmen Mischung
5 ccm gleichwarmer Ascitesflüssigkeit zugesetzt wurden, so daß jedesmal
eine 1-proz. Lösung des Kohlenhydrates in dem Nährboden vorlag. Das

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