Nachdem es lange Zeit nicht recht gelingen wollte, Streptokokken
durch morphologische und kulturelle Eigenschaften zu differenzieren,
brachten Schottmüllers Untersuchungen (1903) über das Verhalten
der Streptokokken auf Blutagar einen Fortschritt. Schott
in ü 11er unterschied unter den pathogenen Streptokokken den Str.
longus pathogenes seu erysipelatos, Str. mitior seu viri-
dans und Str. mucosus. Seine Angaben wurden von E. Frankel,
Rieke, Schumacher, Nieter und Mandelbaum bestätigt. Nach
Beitzke und Rosenthal, Natvig, Reber, v. Bardeleben und
Scheib ist allerdings die Hämolysin bildung der Streptokokken eine un
beständige Eigenschaft und deshalb zu ihrer Unterscheidung wenig ge
eignet. Nach den im Kieler hygienischen Institute gemachten Erfahrungen
ist ein mit 10-proz. Ziegenblut versetzter Agar recht gut geeignet, der
Str. pyogenes vom Pneumococcus und Str. mucosus zu unter
scheiden.
Wurden die genannten Streptokokkenformen hauptsächlich wegen
ihres verschiedenen Wachstums auf Blutagar gesondert, so sollten
meine Untersuchungen zeigen, ob die verschiedenen Streptokokken
formen sich auch unterscheiden durch die Säurebildung aus Kohlen
hydraten, was ja bei anderen Bakterien, wie bei der Typhus-Coligruppe,
schon wertvolle Ergebnisse hatte.
Zuckerhaltige Nährböden zur Unterscheidung der Bakterien wandte
1889 Petruschky an. Er bediente sich der Lackmusmolke: des mit
Lackmuslösung gefärbten, neutralen, kasein- und fettfreien Milchserums.
E. Fränkel empfiehlt den v. Drigalski-Conradischen Lackmus-
Laktose-Agar zur Unterscheidung des Str. mitior vom Pneumo-
coccus, die mit Blutagar nicht ganz leicht sei: „Im Gegensatz zu dem
darauf nur spärlich wachsenden Pneumococcus gedeiht der Strepto
coccus viridans in sehr üppigem grauweißen Rasen unter gleich
zeitiger starker Rötung des Agars. Nach 24 Stunden tritt diese Er
scheinung am deutlichsten hervor. Auf demselben Nährboden entwickelt
sich auch leicht der Str. mucosus in charakteristischen, schleimigen
Belägen. Die Reaktion der Kulturen der drei auf diesem Agar ge
züchteten Streptokokkenarten hat sich als gleichmäßig amphoter erwiesen,
jedoch ist ihr Säurebildungsvermögen durch ihre gerinnungserregende
Einwirkung auf Milch ein wandsfrei erwiesen.“ Nieter hält den v. Dri
galski-Conradischen Agar zur Unterscheidung der Streptokokken
typen für ungeeignet. — Während E. Fränkel schon bekannte Arten
auf Zuckernährböden prüfte, untersuchte Gordon 800 Streptokokken
stämme, gezüchtet aus Speichel oder Kot Gesunder oder aus dem Körper
kranker Personen. Er prüfte deren Gärvermögen in Bouillon mit je
1 Proz. von 10 verschiedenen Kohlenhydraten. 300 aus Speichel ge-
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