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Streptokokkenstämme bildeten Alkali, da keiner den Titer der Bouillon
erreicht, Natvigs Titerzahlen stimmen gut mit meinen bei4Pyogenes-
Stämmen gefundenen überein. Natvig schließt, daß sich die echten
Streptokokken von den Pneumokokken durch Säureproduktion und Säure
toleranz allein nicht unterscheiden ließen. Ein gleiches Resultat würde
ich gehabt haben, wenn ich nur Traubenzuckerbouillon gebraucht hätte.
Die Prüfung der anderen kohlenhydrathaltigen Bouillonnährböden ergibt
aber — wie Tab. III zeigt — daß sich der Streptoc. pyogenes
von allen anderen, insbesondere auch von den Pneumo
kokken dadurch wesentlich unterscheidet, daß er kein
Alkali bildet. Zu weiteren Schlüssen scheint mir das vorliegende
Material noch zu klein zu sein. Erwähnenswert ist noch der augen
fällige Befund, daß alle kohlenhydrathaltigen Bouillonröhrchen, in denen
Alkali gebildet wurde, vollkommen klar sind, während die säureenthal
tenden Bouillonröhrchen eine mit steigenden Säuremengen wachsende
Trübung und größer werdenden Bodensatz zeigten. Ein Blick auf die
10 Röhrchen eines Stammes läßt uns das Resultat, wenn auch in groben
Zügen, erkennen. Wenn ich von jedem Zucker für einen Stamm zwei
Proben ansetzte, so geschah dies sowohl zur Kontrolle, als auch in der
Erwägung, ob vielleicht in den niedrigeren Röhrchen zu 5 ccm Bouillon
durch den Einfluß des Sauerstoffzutritts nicht stets die Hälfte Säure ge
funden wurde, wie in den hohen Röhrchen zu 10 ccm. Und in der Tat
haben die 3 ersten Pneumokokkenstämme der Tab. III aus Dextrose
und Raffinose in beiden Röhrchen fast gleiche Mengen Säure gebildet.
Auch in anderen Fällen ist das Verhältnis der gebildeten Säuremengen
für die beiden Röhrchen mit 10 oder 5 ccm Bouillon nicht immer wie
2:1. Daher scheint mir das Vorgehen von Natvig und Scheib nicht
ganz einwandfrei zu sein, wenn sie zur Eruierung der in 1000 ccm
Bouillon zu bildenden Säuremenge einfach das Ergebnis aus 100 ccm
Bouillon mit der. entsprechenden Zahl multiplizieren. Um den Einfluß
des freien Sauerstoffs auf die Sänreproduktion zu studieren, prüfte
Natvig Kulturen in Traubenzuckerbouillon bei Luftzufuhr sowie in
luftfreier Bouillon (nach Weichselbaum). Natvig fand keine beson
ders erheblichen Unterschiede zwischen aerober und anaerober Kultur.
Tabelle IV.
t 2 k
ccm
1 Proz.
Traubenzucker
Kontroll-
bouillon bildet
Str. pyogenes
Pneumokokken
Alkal.
a
b
Bouillon
a
b
Bouillon
Erlen m eyer-KoIben
57,31
0,1
1,0
klar
Bodensatz
1,3
1,25
trüb
Erlenmeyer-Kolben
27,9
11
1,45
1,3
klar
Bodensatz
1,325
verun
reinigt
trüb
flockig
Glasschale
24,3
11
1,3
1,3
trüb
Bodensatz
0,15

trüb
Senfgläser
16,39
11
1,425
1,375
klar
Bodensatz
1,25
1,1
trüb
Sputumröhrchen
6,07
11
1,25
1,2
klar
Bodensatz
1,25
1,1
trüb
Bodensatz
Reagenzgläser 5 ccm
Bouillon
2,51
11



0,85
0,75
trüb
Bodensatz
ReagenzgläserlOccm
Bouülon
2,51
11
2,1
2,025
trüb
Bodensatz
1,5
1,4
trüb
Bodensatz

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