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der Tabelle II zeigt sofort, daß hier die Stämme außerordentlich diffe
rieren und kaum 2 oder 3 davon übereinstimmen.
In der 1. Untergruppe (Tabelle I) sind die Stämme aufgeführt, die
wegen ihrer klaren Höfe auf Blutagar als zur Gruppe Streptococcus
pyogenes gehörig erkannt waren. Alle 5 röten Arnylum solubile, nicht
aber Glyzerin, Adonit, Mannit und Raffinose. Die Untergruppe 2 der
Tabelle I enthält eine Reihe von Streptokokken, die zu den anderen nicht
recht paßten, obwohl auch sie Hämolyse verursachen; sie enthält auf
fallenderweise bis auf den Stamm 5 nur solche Stämme, die aus Blut
proben von an Sepsis, Typhus und Milzbrand leidenden Kranken stammten
und auch zu dem Stamm 5 könnte das Blut eine ursächliche Beziehung
haben, da der Douglasabszeß eine vereiterte Hämatocele sein könnte.
Für diese Untergruppe ist typisch, daß sie alle Mannit und Glyzerin
vergären. Da alle hierher gehörigen Stamme bis auf Stamm 5 aus Blut
gezüchtet sind, so konnte man daran denken, daß die Einwirkung des
Blutes ihr Säurebildungsvermögen verändert haben konnte. Diese Auf
fassung findet eine gewisse Stütze in den von Gordon gemachten Er
fahrungen, denn dieser fand unter 11 Stämmen nach Tierpassage bei
zweien eine Veränderung; bei seinen 800 Streptokokken fand er sonst
nie eine Veränderung. Ob dem so ist, könnte man so prüfen, daß man
einen Stamm aus der 1. Untergruppe Kaninchen in die Blutbahn ein
spritzt und dann die Zuckerzerlegung bei dem ursprünglichen und dem
aus dem Tierblut zu züchtenden Stamme vergleicht. Zwei diesbezügliche
Versuche scheiterten an der geringen Virulenz der Stämme gegenüber
Meerschweinchen, in einem dritten Falle ging das Tier an anderen Er
regern ein.
Die 3. und 4. Untergruppe umfassen nur Stämme aus diphtherie
verdächtigen Mandelbelägen, die sich durch ihr Verhalten gegen Raffinose
unterscheiden, indem die 3. Untergruppe daraus Säure bildet, die 4. nicht.
Wenn auch die 6 ersten Stämme der 4. Untergruppe alle dieselben
8 Kohlenhydrate zerlegen, darf doch die 4. Untergruppe nicht den Wert
der übrigen Gruppen und Untergruppen beanspruchen, da hier das Ver
halten auf Blutagar zum größten Teil nicht mehr nachgeprüft werden
konnte. Würden z. B. die 10 ersten Stämme der 4. Untergruppe klare
Höfe auf Blutagar bilden, so stimmten sie vollkommen mit der Unter
gruppe der Tabelle I überein; wenn sie aber den Blutagar nicht ver
ändern, so gehörten sie zur Gruppe D der Tabelle II, die die gleichen
Kohlenhydrate zerlegt. Nur die 6 letzten Stämme der 4. Untergruppe
würden, auch im Fall, daß sie sämtlich Hämolyse machen, nicht in der
1. Untergruppe Platz finden, weil sie alle Mannit angreifen
In der Gruppe B der Tabelle II sind die vor der Prüfung auf den
Kohlenhydratnährböden als Str. mucosus erkannten Stämme vereint;
es ergeben sich Jaier 2 Untergruppen, von denen die eine besonders
Glyzerin, Mannit und bis auf einen auch Arabinose, nicht aber Arnylum
solubile angreift, während die 6 Stämme der 2. Untergruppe fast auf
keinem der Nährböden Säure bilden. Schultze hatte keinen Mucosus-
Stamm, der auf einem Lackmus-Nutroseagar Säure bildete. Auch E.
Fränkel spricht nur von dem charakteristischen schleimigen Wachstum
auf Lackmus-Laktoseagar. Oft erzeugte der Str. mucosus auf unseren
Nährböden, insbesondere auf Glyzerin, Mannit und Dextrose so viel
Schleim, daß die Kulturmasse beim Schräghalten fast herabfloß. Diese
starke Schleimbildung und die auf dem ja dextrosehaltigen Löffler-
Serum war für die geprüften Mucosus-Stämme bezeichnend. Kohlen

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