Full text: Ein Beitrag zur Statistik der Pubiotomie

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Pubiotomie gesammelte Erfahrung gestattet uns bereits beute 
festzustellen, daß diese Operation viele und große Vorzüge 
vor der Symphyseotomie hat. 
Bei der Pubiotomie ist die Gefahr der Verletzung der 
Nachbarorgane geringer, da diese in Verbindung mit der 
Symphyse bleiben und beim Klaffen des durchtreunten 
Beckenringes mit dieser zusammenhängend, seitlich verschoben 
werden. Anders ist es bei der Symphyseotomie. Bei dieser 
Operation üben die auseinanderweichenden Beckenkuocben 
beiderseits einen gleich starken, in entgegengesetzter Richtung 
wirkenden Zug auf die mit ihnen verbundenen Organe aus, 
und es kommt leicht zu einer Zerreissung derselben. 
Hinsichtlich der Skelettfunktion findet man nach der 
Pubiotomie eine restitutio ad integrum. Ob nach der Pubio 
tomie die knöcherne oder die fibröse Wiedervereinigung 
des Beckeugürtels überwiegt, kann erst eine größere Reihe 
von Beobachtungen und Nachuntersuchungen lehren. Nach 
der Symphyseotomie vereinigen sich die getrennten Gelenk 
flächen bindegewebig. Die Heilung vollzieht sich meist 
langsam und, da der Beckengürtel seine frühere Festigkeit 
nicht immer wiedererhält, bleibt auch die Skelettfuuktion 
meist gestört. 
Da die Gefahr der Infection bei einer Knochenwunde 
kleiner ist als bei einem eröffneten Gelenk, giebt die Pubio 
tomie eine sicherere Gewähr für einen glatten und schnellen 
Heilungsverlauf als die Symphyseotomie. 
In Deutschland begegnete man der G i g 1 i 'sehen Ope 
ration anfangs mit Mißtrauen. Man hatte Bedenken, eine 
große offene Wunde in die Nähe der keimhaltigen Genital 
öffnung zu setzen; und erst nachdem Döderleiu an die 
Stelle des ungern geübten offenen Verfahrens das subkutane 
gesetzt hatte?' wurde die Pubiotomie auch in den deutschen 
Kliniken als eine willkommene Bereicherung unserer geburts 
hilflichen Therapie bei engem Becken anerkannt. 
Die ersten vier Fälle von Pubiotomie aus der Kieler 
Klinik wurden von Hohlweg 7 ) im Zentralblatt für Gyuae- 
kologie, 1905, Nr. 42 veröffentlicht. Über weitere fünf Fälle 
der Kieler Klinik wird im folgenden berichtet;
	        

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