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gemachtem Schambeinsclmitt nicht angewendet. Da in
beiden Fällen die Kreißenden Mehrgebärende mit gut vor
bereiteten Weichteilen war, wurde das Kind sofort entwickelt.
Schauta 10 ) ist ein Gegner des abwartenden Verfahrens
nach dem Schambeinschnitt, weil es ihm grausam erscheint,
nach vollzogener Pubiotomie die Kreißende zu lang dauernden
Qualen aus der Narkose erwachen zu lassen, um womöglich
später noch zu einer operativen Beendigung der Geburt ge
zwungen zu werden. Sitzen fr ey lä ) hält das abwartende
Verfahren nach dem Schambeinschnitt nicht für angezeigt,
da durch die Preßwehen ein in seiner Ausdehnung nicht
beschränkbares Hämatom entstehen könne.
ln Fall I, II und III traten bei der Operation stärkere
Blutungen auf. Um das Zustandekommen dieser, die Pubio
tomie häutig complizierenden Blutungen zu verstehen, muß
man die anatomischen Verhältnisse des Operationsgebietes
kennen.
An der Hinterseite des Schambeines befindet sich ein
Netz ziemlich starker Gefäße, deren Wurzeln ein Ramus
pubicus der A. epigastrica und ein Ramus pubicus der A.
opturatoria bilden. Durch behutsames Abschieben der Weich
teile vom Knochen läßt sich eine Verletzung dieser Gefäße
vermeiden. Die in den spougioesen Räumen des Knochens
gleichmäßig verteilten Gefäße geben bei ihrer geringen Größe
bei der Durchsägung wohl kaum zu stärkerer Blutung Ver
anlassung. Vor und unter dem Schambeinkörper liegen im
wesentlichen starke venoese Geflechte, die zu den Wollust-
orgauen in inniger Beziehung stehen. Die Blutung, die
im Augenblick, wo die Durchsägung des Knochens vollendet
ist, entsteht, ist nach Seil heim 11 ) am besten durch die
Au- oder Durchsägung des an der vorderen Seite des Scham
beines gelegenen Venenplexus zu erklären. Freilich ist auch
eine indirecteVerletzung dieses Venenplexus durch Zerreißung
beim Auseinanderweichen des Beckens denkbar. Se 11 h ei m
ist der Ansicht, daß die dem Schambeinkörper unten an
liegenden dicken Gefäßknäuel, der Bulbus yestibuli und das
Grus clitoridis nicht stärker verletzt werden, wenn man sich
beim Durchstechen der Nadel hart am unteren Schambein

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