ionen der unterchlorigen Säure mit negativen Hydroxylionen des Wassers
Wasserstoffsuperoxyd bilden:
HO' + OH’ = H 2 0 2 .
Dieses wird aber durch kräftige Oxydationsmittel, hier durch unter
chlorige Säure, unter Sauerstoffentwicklung zersetzt. Dass hier von
lonenarten die Rede ist, die man gewöhnlich nicht annimmt, darf uns
nicht gegen die Hypothese einnehmen, man höre z. B. Abegg 1 ):
„Mir scheint eine grosse Zahl von Tatsachen darauf hinzuweisen,
dass man endliche Ionenkonzentrationen auch dort annehmen muss,
wo sie mit den bisherigen Hilfsmitteln nicht nachweisbar sind, und
wo es sich, wie wahrscheinlich hei den organischen Stoffen, um Ionen
konzentrationen von solcher Kleinheit handelt, gegen die selbst die
kleinsten bisher gefolgerten (etwa 10 -40 ) vielleicht noch gross sind.“
Und an anderer Stelle 2 ): „Es könnte zweifelhaft sein, ob im JCl das
Atom J oder CI die Rolle des positiven Elements spielt. Die Produkte
der Hydrolyse gehen Entscheid. H geht an CI, OH an J. Also Jod
chlorid, nicht Chlorjodid“. Oder Hantzsch 3 ): „Man brauchtnur die plau
sible Annahme zu machen, dass die unterchlorige Säure, analog wie
dies für die unterjodige Säure höchst wahrscheinlich gemacht ist 4 5 ), in
zweierlei Sinne zu dissociieren vermag, nämlich nicht nur in H' -j- OCl
sondern auch (wenigstens spurenweise) in CI" + OH’ . . . .“ s )
2. Einwirkung von Sauerstoff auf wässerige Lösungen.
Ganz ähnlich wie bei den Halogenen liegen die Verhältnisse beim
Sauerstoff. Hier tritt nur die eine Komplikation ein, dass Sauerstoff
im Gegensatz zu ihnen zweiwertig ist. Sein Zerfall in die Ionen kann
sich daher nach dem ersten oder nach dem zweiten der beiden fol
genden Schemata vollziehen.
0 2 - o 2 — o--a (ii)
Für den Erfolg bleibt es gleichgültig, welcher Zerfall tatsächlich
vorliegt, wenngleich der zweite mir wahrscheinlicher erscheint.
Einen Zerfall des Sauerstoffmoleküls bei langsamen Oxydationen
*) Z. f. Elektrochem. 10, 607 (1904).
2 ) Zeitschr. f. anorg. Chem. 39, 340 (1904).
*) Ber. d. d. chem. Ges. 38, 2163 (1905).
4 ) Förster und Gyr, Z. f. Elektroch. 9, 1 (1903) und Abegg.
5 ) Ferner Skrabal, Z. f. anorg. Chem. 42, 65 (1904); Le Blanc, Lehrb. d.
Elektroch. II. Aufl. 219; Waiden, Zeitschr. f. physik. Chemie 43, 385 (1903) und
Le Blanc, Z. f. Elektroch. 11, 813 (1905).

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