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Dem Reduktionspotential von Wasserstoffsuperoxyd entspricht die
umkehrbare Reaktion:
3H. 2 0 2 ^2H 2 O s + H
Es ist bisher nur auf eine Weise versucht worden, durch direkte Mes
sung diesen Wert festzulegen, nämlich durch Bestimmung der elektro
motorischen Kraft, welche eine Elektrode in Wasserstoffsuperoxydlösung
annimmt. Meines Erachtens kann so immer nur ein annähernder Wert
erhalten werden, wegen der mehr oder minder grossen katalytischen
Wirkung des Elektrodenmetalls auf Wasserstoffsuperoxyd. Je schneller
es durch das Metall katalytisch zerlegt wird, desto geringer ist an ihm
die 00J?'-Ionenkonzentration und desto höher mithin das Potential.
Dieses liegt also verschieden hoch, je nachdem was für eine Elektrode
man benutzt 1 ); dem wirklichen Reduktionspotential des Wasserstoffsuper
oxyds kommt der gemessene Wert am nächsten bei Benutzung eines
Metalls, dessen zersetzende Wirkung auf Wasserstoffsuperoxyd möglichst
klein ist. Die an blankem Platin gemessene Spannung von OB Yolt
kann nach diesen Überlegungen als Näherungswert gelten. Den ge
nauen Wert gibt nach ihnen dasjenige Potential, welches eine Elek
trode, gleichgültig aus welchem Metall, in dem Augenblicke zeigt, wenn
durch kathodische Polarisation die katalytische Wirkung des betreffen
den Metalls auf Wasserstoffsuperoxyd Null geworden ist, wenn also die
Sauerstoffentwicklung gerade aufhört. An platiniertem Platin ist das
nach einer Messung von Weigert 2 ) bei 0-785 Volt der Fall. Dieser
Wert kann bis jetzt wohl am meisten Anspruch auf Genauigkeit machen.
Ihn will ich auch den folgenden Rechnungen zugrunde legen. Zuvor
wollen wir aber prüfen, ob nicht die bei diesem Potential beginnende
Reaktion in Beziehung zu bringen ist zu denjenigen, welche 1-08 Yolt,
resp. 1-23 Volt entsprechen. In der Tat erhält man bei der Addition
der ersten Reaktionsgleichung zur letzten diejenige der mittlern. Wir
können also, wenn wir die Werte 1-232 und 1-08 Volt zugrunde legen,
daraus durch Rechnung das Reduktionspotential des Wasserstoffsuper
oxyds finden.
2H 2 0 3 + H 2 =3 H. 2 0 2 + 2.X.F
H 2 0 3 + 2H 2 = 3 BT 3 0 +4.1-232. .F
3H a O a + 3H a - 3H 2 0 2 + 3// 2 0 + 6.1-08 . F
2 .x.F= (6.1-08 — 4.1-232). F = 2.0-78 .F.
Die Übereinstimmung des so zu 0-78 Volt berechneten Potentials mit
dem gemessenen ist gut. Gleichzeitig bestätigt diese Rechnung die
i) Ihle, Zeitschr. f. physik. Chemie 22,118 (1897). 2 ) Z. f. Elektrock. 12,381 (1906).

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