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gänge im Elektrolyten von diesem Punkte an ändern werden. Das
natürlichste ist, eine Entladung der negativen Hydroxylionen zu Wasser
stoffsuperoxyd anzunehmen:
2 OH' = II0011+ 2 0 .
Der einzige Grund, welcher gegen diese Annahme sprach, ist der, dass
es auf keine Weise gelungen ist, anodische Bildung von Wasserstoff
superoxyd nachzuweisen. Nach meiner Hypothese wird er hinfällig,
denn sie gibt uns den Grund, weshalb das Wasserstoffsuperoxyd der
Beobachtung entgehen muss: Erstens liefert es OOH'-Ionen, die gleich
zu Wasserstofftetroxyd weiter entladen werden können, zweitens wird
es durch Wasserstofftetroxyd unter Sauerstoffentwicklung oxydiert 1 ).
Wenn aber diese Annahme richtig ist, wird von dem Entladepunkt
der Hydroxylionen ab an dem chemischen Vorgang an der Elektrode
nichts weiter geändert, als dass ein Teil der nach wie vor zur Ent
ladung kommenden OOH'-Ionen jetzt von dem durch Entladung nega
tiver Hydroxylionen primär gebildeten Wasserstoffsuperoxyd stammt.
Einen Knickpunkt wird die Zersetzungskurve erst dann zeigen, wenn
der Sauerstoff in Blasenform zu entweichen beginnt, aber nicht beim
Entladepunkt der Hydroxylionen.
Bei Gelegenheit einer Untersuchung über* * Wasserstoffsuperoxyd
bildung haben Haber und Grinberg 2 ) sich über die vermutliche Ur
sache des negativen Resultats ihrer Versuche geäussert. Ihre Gründe
haben grosse Ähnlichkeit mit den von mir angeführten, wie aus den
folgenden, ihrer Arbeit entnommenen Sätzen hervorgeht: „Unsere experi
mentellen Ermittlungen sind nicht geeignet, die anodische Bildung von
H 2 0 2 durch Vereinigung zweier Hydroxylionen zu beweisen, auch dürfte
dieser elektromotorische Vorgang durch Angaben aus der Literatur sich
nicht belegen lassen. Wir möchten indessen daraus nicht schliessen,
dass er sich überhaupt nicht verwirklicht. Es schwebt uns die Mög
lichkeit vor, dass die Addition zweier Hydroxylionen ein nicht un
wichtiger anodischer Prozess ist, dass aber die entstehende Menge
Wasserstoffsuperoxyd durch einen sekundären Vorgang an der Elektrode
so rasch und bis auf so kleine Reste zerstört wird, dass der Nachweis
im Elektrolyten nicht mehr gelingt.“ Die sekundäre Reaktion denken
sie sich nach der Gleichung:
H 2 0 2 + 0 = H 2 0+0 2
‘) Nach Versuchen von S. Tanatar [Ber. d. d. chem. Ges. 36, 199 (1903)]
wird Wasserstoffsuperoxyd in der Tat anodisch mit quantitativer Stromausbeute zu
Sauerstoff und Wasser oxydiert.
*) Zeitschr. f. anorg. Chemie 18, 39 (1898).
2*

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