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kann durch Zusatz sonst nicht beteiligter Stoffe die Wasserahspaltung
aus Wasserstofftetroxyd begünstigt werden.
Sind nun diese Überlegungen richtig, dann muss umgekehrt aus
Ozon in wässeriger Lösung Wasserstofftetroxyd, und daraus wiederum
Sauerstoff entstehen 1 ), und zwar eine übersättigte Lösung, weil das
Ozon stets in grösserer Konzentration angewandt wird, als der in ge
sättigter Sauerstofflösung enthaltenen Menge Wasserstofftetroxyd ent
spricht.
Aus der so entstehenden übersättigten Lösung wird der Sauerstoff,
aus früher angegebenen Gründen je nach dem Elektrodenmaterial, bei
verschiedenem Potential entweichen, an Platin z. B. bei 1-67 Volt, an
Nickel bei 1-35 Volt. Diesen Wert muss man als Ozonpotential finden.
Die Übereinstimmung wird im allgemeinen nicht vollständig sein, weil
die Neubildung von Wasserstofftetroxyd aus Ozon schneller erfolgen
kann als, trotz des als Katalysator wirkenden Elektrodenmaterials, sein
Übergang in molekularen Sauerstoff. Sie wird um so besser sein, je
grösser die Oberfläche der Elektrode ist.
Es lag nahe, den Versuch von Gräfenberg an anderm Elek
trodenmetall zu wiederholen. Besonders geeignet erschien mir Nickel
in Kalilauge als Elektrolyten, weil in diesem Falle ein wesentlich nied
rigerer Wert erhalten werden musste, so dass auch mit den rohen
Messmethoden, die ich aus Mangel an Apparaten nur anwenden konnte,
eine Entscheidung der Frage zu treffen war. Die Versuche, die nur
als vorläufige gelten sollen, gaben das Resultat, dass die elektromoto
rische Kraft während des Durchleitens von Ozon zwar auf etwa 1-5 Volt
stieg, dass sie aber, sobald der Ozonstrom abgestellt wurde, ziemlich
schnell bis auf etwa 1-35 Volt fiel und von da an langsam weiter ab
nahm, wie die Kurven es zeigen.
Die Versuche wurden in einem ähnlichen Apparat, wie ihn Gräfenberg
benutzte, angestellt. Die Nickelelektrode hatte eine Oberfläche von etwa 200 qcm.
Der Spannungsabfall an ihr wurde gemessen gegen eine Wasserstoffelektrode. Als
Elektrolyt diente norm. Natronlauge. Etwa 9% Ozon enthaltender Sauerstoff wurde
zunächst etwa eine halbe Stunde lang aus einem Gasometer gegen die Nickelelek
trode geleitet und nach Unterbrechung des Gasstromes mit der Messung begonnen.
Bei den Versuchen I und II tauchte die Elektrode ganz in den Elektrolyten ein,
bei Versuch V nur zur Hälfte. Bei Versuch II wurde der Elektrolyt durch kräf
tiges Rühren dauernd in Bewegung gehalten.
*) Versuche von Luther und Inglis [Zeitschr. f. physik. Chemie 43,203 (1903)]
beweisen, dass bei der elektromotorischen Betätigung von Ozon Sauerstoff entsteht.
Sauerstoffbeladung der Elektrode erniedrigt, Wasserstoffbeladung erhöht nämlich
sein Oxydationspotential.

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