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bei verfügbar werden, mit negativen Hydroxylionen Wasserstoffsuper
oxyd bilden:
2 HO' | OOH’ + 2 OH' = H 2 O i + 2H 2 0 2 + 2 0.
Der Sauerstoff entsteht entweder durch Einwirkung dieser beiden
Stoffe aufeinander, H 2 0±-f- II 2 O, = 2H 2 0 3 , oder aber aus dem Wasser
stofftetroxyd mit Wasser. In diesem Falle können die OOH'-Ionen
des Wasserstoffsuperoxyds an der Elektrode gleich zu Wasserstofftetr-
oxyd weiter entladen werden:
HO, + HO = HO, + HO 2 •
Q-anz analog verläuft die Reaktion, wenn man mit irgend einem
andern, unter 1-08 Volt liegenden unveränderlichen Potential elektro-
lysiert. Sobald man aber einen Wert erreicht, welcher 1-08 Volt, wenn
auch nur um ein geringes, überschreitet, muss dauernd Stromdurchgang
erfolgen, denn 1-08 Volt ist die Kraft, welche eine an Sauerstoff gerade
gesättigte Lösung dem Stromdurchgang entgegensetzt. Bei höherm
Potential ist deshalb die Lösung an Sauerstoff übersättigt, und das zu
viel darin gelöste Gas kann entweichen. Da der Sauerstoff nur sehr
langsam, wahrscheinlich nur an der Berührungsfläche von Flüssigkeit
und Gasraum entweicht, ist der Knickpunkt in diesem Falle sehr un
deutlich. Er ist um so schärfer, je mehr das Elektrodenmaterial den
Übergang der primär entstandenen Stoffe Wasserstofftetroxyd und Wasser
stoffsuperoxyd in Sauerstoff und Wasser katalytisch beschleunigt; an
platiniertem Platin schärfer als an blankem.
Bei 1-08 Volt findet das Entweichen der Sauerstoffs, einerlei, was
für eine Elektrode man benutzt, ohne Blasenbildung statt; damit er in
Blasenform entweichen kann, muss die Sauerstofflösung erst einen be
stimmten, wenn auch kleinen Grad der Übersättigung erreicht haben.
Da der Übergang des primär entstehenden Wasserstofftetroxyds in Sauer
stoff offenbar durch das Elektrodenmaterial katalytisch beeinflusst wird,
muss trotz gleich starker Übersättigung der Lösung an Sauerstoff der
Zersetzungspunkt an verschiedenen Elektroden dennoch verschieden
hoch liegen. Je schneller nämlich das Wasserstofftetroxyd in Sauer
stoff übergeht, je schneller sein Übersättigungszustand aufgehoben wird,
desto kleiner ist ceteris paribus seine Konzentration an der Elektrode,
und desto kleiner auch die elektromotorische Gegenkraft. Diese beträgt
bei Benutzung einer Nickelelektrode L35 Volt, an einer Elektrode aus
blankem Platin 1-67 Volt. Es ist das der zweite vom Elektroden
material abhängige Zersetzungspunkt. Hierher gehört also auch der
Zersetzungspunkt von 1-67 Volt, den man als Entladepunkt der Hydr
oxylionen angesehen hat.

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