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der Anode sichtbare Sauerstoffentwicklung beginnt, abhängig ist von
dem Material der Elektrode, und dass die Werte für diesen Zersetzungs
punkt schwanken zwischen 1-28 und 1-75 Yolt. Auf Grund dieser Tat
sachen kamen Coehn und Osaka zu folgender Auffassung. Bei 1-08
Volt werden die Sauerstoffionen des Wassers entladen, vielleicht unter
Bildung eines Oxydationsmittels in der Lösung. Bei dem nächst hohem
Zersetzungspunkt, hei welchem sichtbare Sauerstoffentwicklung einsetzt,
und welcher je nach dem Anodenmetall verschiedene Werte hat, werden
die Sauerstoffionen zu elementarem Sauerstoff entladen, während schliess
lich bei 1-67 Yolt die Entladung von Hydroxylionen zu Ozon beginnt.
5. Die Vorgänge in der Knallgaskette und bei der kathodischen
Wasserstoffsuperoxydbildung nach meiner Hypothese.
Nach meiner vorhin skizzierten Hypothese über die Einwirkung
von Sauerstoff auf wässerige Lösungen muss man von vornherein auch
bei der Deutung der elektrolytischen Wasserzersetzung mit der Mög
lichkeit rechnen, dass der im Elektrolyten gelöste und an den Elek
troden okkludierte Sauerstoff an der Elektrolyse beteiligt ist. Im fol
genden will ich von diesem Gesichtspunkte aus die Vorgänge bei der
elektrolytischen Wasserzersetzung und in der Knallgaskette zu erklären
versuchen.
Mit dem im Elektrolyten gelösten Sauerstoff stehen die Ionen HO'
und OOH’ im Gleichgewicht. Die positiven Hydroxylionen haben das
Bestreben, sich zu negativen Hydroxylionen umzuladen. Die Kraft,
mit welcher dies geschieht, ist abhängig von ihrer Konzentration, sie
beträgt 1-08 Volt, wenn die Lösung mit Sauerstoff von Atmosphären
druck gesättigt ist. Will man negative OOH’-Ionen zur Entladung
bringen, so muss diese Kraft überwunden werden. Die Entladung er
folgt also bei einem Potential, welches mit der Sauerstoffkonzentration
wechselt und bei gesättigter Lösung ebenfalls 1-08 Volt beträgt. —
Unter solchen Bedingungen, wie man sie in der Knallgaskette hat,
wird sich also an der Sauerstoffelektrode der folgende Vorgang abspielen:
Gasförmiger Sauerstoff geht in Lösung und bildet Wasserstofftrioxyd,
das in OH'- und OOII'-Ionen dissociiert. Die positiven Hydroxyl
ionen entladen sich zu negativen Hydroxylionen, und zwar mit einer
Kraft von 1-08 Volt, weil das platinierte Platin vermöge seiner Auf
nahmefähigkeit für Sauerstoff die Lösung damit gesättigt hält. Die bei
der Entladung der positiven Hydroxylionen verfügbar werdenden OOH'-
Ionen bilden mit Wasserstoffionen Wasserstoffsuperoxyd. Dieses wird
durch das platinierte Platin rein katalytisch zersetzt, betätigt sich also

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