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tration konkurrieren also zwei Reaktionen, einerseits wegen der damit
verbundenen Vergrösserung der 0 OH'-Ionenkonzentration Beschleu
nigung der Zersetzung, anderseits Verlangsamung derselben, weil
um so mehr positive Hydroxylionen unter Rückbildung von Wasser
stoffsuperoxyd weggefangen werden, und für die Bildung von H>0 3 ,
resp. Sauerstoff verloren gehen, je grösser die OH'-Ionenkonzentration
ist. Bei kleiner Alkalikonzentration überwiegt die erste, bei grösserer
die zweite Reaktion.
Die im vorhergehenden ausgesprochenen Gedanken lassen sich auch
auf die Vorgänge in der Knallgaskette und bei der elektrolytischen
Wasserzersetzung an wenden. Und gerade weil einige dabei auf tretende,
bisher noch nicht recht zu deutende Erscheinungen durch sie eine Er
klärung finden, bin ich im Vertrauen auf ihre Richtigkeit bestärkt worden.
4. Jetzige Ansichten über die Vorgänge bei der elektrolytischen "
Wasserzersetzung.
Die Knallgaskette hat eine elektromotorische Kraft von 1-08 Volt.
Umgekehrt zeigt die Zersetzungskurve bei demselben Wert einen Knick
punkt 1 ). Deutliche Wasserzersetzung tritt erst bei einem hohem Werte
ein, an blankem Platin bei 1-67 Volt.
Le Blanc 2 ) sucht die Ursache für diese merkwürdige Erscheinung
darin, dass an blanken Platinelektroden ein Teil der Energie, welche
zur Wasserzersetzung bei 1-67 Volt erforderlich ist, zur Arbeit der
Bläschenbildung verbraucht wird, die bei 1-08 Volt fortfällt, weil hier
keine Bläschenbildung auftritt.
Kernst 3 ) dagegen erwägt die Möglichkeit, dass bei 1-08 Volt die
Sauerstoffionen, welche er und Küster im Wasser neben Hydroxyl
ionen annehmen, bei 1-67 Volt dagegen die Hydroxylionen zur Ent
ladung kommen, und zwar besonders deshalb, weil unter sonst gleichen
Bedingungen der 1-67 Volt Zersetzungspunkt in alkalischen Lösungen
viel deutlicher ist als in sauren.
Gräfenberg 4 ) hatte gefunden, dass das Ozonpotential bei 1-67 Volt
liegt, oder zum mindesten diesem Wert sehr nahe kommt; und Coehn
und Osaka 5 ) stellten fest, dass der Zersetzungspunkt, bei welchem an
*) Z. f. Elektroch. 4, 378 (1898); 5, 171 (1899).
ä ) Lehrbuch der Elektrochemie, II. Aufl. S. 239.
s ) Theoretische Chemie, 3. Aufl. S. 676. — Ber. d. d. ehern. Ges. 30, 1547
(1897). — Z. f. Elektroch. 12, 693 (1906).
4 ) Z. f. Elektroch. 8, 297 (1902). — Zeitschr. f. anorg. Chem. 36, 355 (1903).
5 ) Zeitschr. f. anorg. Chem. 34, 86 (1903).

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