Full text: Beiträge zur Kenntnis der Autoxydationsvorgänge

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2. Es kann der Autoxydator durch Austausch eines negativen 
Hydroxylions gegen OOH oxydiert werden: 
A'\OH'+ OOH’ = AOOH+ OH’, 
oder OOH' und H' können sich an eine ungesättigte Verbindung anlagern: 
A—A + OOH' + H' = AOOH+ AH. 
In diesem Falle wird meistens die OO/Z-Gruppe mit Wasserstoff intra 
molekular Wasser abspalten. 
3. Es kann durch Anlagerung von OH' und OOH’ an ungesättigte 
Verbindungen Oxydation erfolgen. 
A—A+ OH'+ OOH' = AOH -f- AOOH. 
In diese drei Kategorien lassen sich sämtliche Oxydationsvorgänge 
in wässeriger Lösung einordnen, denn ebenso wie unterchlorige Säure 
und Wasserstofftrioxyd vermag auch jedes andere Oxydationsmittel 
eines der beiden Ionen des Wasserstofftrioxyds zu liefern, durch Ver 
mittlung von Wasser beide. Die meisten Oxydationsreaktionen gehören 
allem Anscheine nach in die erste Kategorie. 
Wenn wir einen Stoff, der zwar durch die eine der beiden Ionen 
arten des Wasserstofftrioxyds, sagen wir durch die OO/Z'-Ionen, oxy 
diert werden kann, bei dem aber die Einwirkung von Sauerstoff unter 
gewöhnlichen Bedingungen unendlich langsam verläuft, in Gegenwart 
eines die andere Ionenart (in unserm Falle OH') mit messbarer Ge 
schwindigkeit verbrauchenden Stoffes in Wasser mit Sauerstoff in Be 
rührung bringen, so kann der Fall eintreten, dass jetzt auch der erste 
Stoff oxydiert wird. Dadurch, dass der zweite Stoff die OH’-Ionen 
verbraucht, wird nämlich nach HO OOH A- HO' -f- OOH' die Konzen 
tration der OOH'-Ionen erhöht, und diese Konzentrationserhöhung kann 
genügen, dass die Oxydation des ersten Stoffes, die bei geringerer Kon 
zentration unendlich langsam verläuft, jetzt mit der des zweiten gleichen 
Schritt hält, und beide gleiche Mengen Sauerstoff verbrauchen. Der erste 
Stoff spielt die Bolle des Akzeptors, der zweite die des Autoxydators 
3. Wasserstoffsuperoxyd. 
Bei Abwesenheit eines Akzeptors bildet, wie wir gesehen haben, 
die zweite Ionenart mit der entgegengesetzt geladenen des Wassers 
Wasserstoffsuperoxyd. Nur in wenigen Fällen ist aber die zu erwartende 
Menge dieses Stoffes tatsächlich gefunden worden. Die Ursache liegt 
in seinen Dissociationsverhältnissen. Man muss für ihn Dissociation 
nach zwei Richtungen annehmen: 
HOOH Ü ZT -f OOH' und HOOH Ü HO' + OH’.
	        

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