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geworden. Nach den Befunden Stassanos liegt es näher, die
Giftwirkung mit einer Hemmung der Fermentprozesse in Verbin
dung zu setzen. Die Ursache der Giftigkeit grösserer Quecksilber
dosen wird aber kaum eine einheitliche sein; ein Urteil ist daher
vorerst nicht möglich.
Auch die durch therapeutische Gaben zustande kommende Queck
silberwirkung ist nicht lediglich eine katalytische. Wie ich auch
früher betont habe, halte ich den katalytischen Einfluss dieses Me
talls nur für e ne Komponente der pharmakologischen Wirkung.
Immerhin aber möchte ich glauben, dass ihr für die antiluetische
Therapie, vielleicht aber auch für die Behandlung der Enteritiden,
die dominierende Rolle zukommt und zwar in um so höherem Grade,
je geringer die Dosierung des Medikamentes gewählt wird. Denn
die katalytische Beeinflussung ist vor sämtlichen bekannten Wir
kungsarten dadurch ausgezeichnet, dass sie bei Konzentrationen von
1: 1 000 000 und darüber, d. h. bei Verdünnungen, in denen von
sonstigen Prozessen nichts mehr wahrgenommen werden kann, noch
eine beträchtliche Grössenordnung aufweist.
Eine ganz besondere Stütze für die hier gegebene Auffassung
der antiluetischen Quecksilberwirkung sehe ich in dem Umstand,
dass auch dem Jod, dem Parallelmedikament des Quecksilbers,
ähnliche katalytische Fähigkeiten zukommen. Auch dieser Stoff
vermag, wie Walton *) in einer eingehenden Studie an zahlreichen
seiner Verbindungen (Jodkali, Jodnatrium etc.) nachwies, katalytisch
Wasserstoffsuperoxyd zu ersetzen. Ebenfalls katalysiert es Oxyda
tions-Reduktionsvorgänge, wie Loewenhart und Kastle 1 2 ) an
dem Beispiel der Ameisensäureoxydation durch H2O2 und Schümm 3 )
an der analogen Reaktion des Benzidins zeigen konnten. Aber auch
anderweitige Prozesse unterliegen seinem katalytischen Einfluss, so
die Polimerisation, Kondensation und Umlagerung der Aldehyde und
Ketone 4 ) und die Bromierung und Chlorierung organischer Stoffe 5 ).
Wenn es auch ein leichtes wäre, die Zahl dieser Katalysen durch
Sammlung aus der Literatur zu vermehren, so mögen doch diese
Daten genügen, um hier für das Jod das Vorhandensein ähnlicher
1) Zeitschr. f. physik. Chem. 47, 185.
2) Americ. chem. Journ. 29, 397—437.
3) Nach privater Mitteilung und eigener Kontrolle (Jodkali).
4) cf. Bredig, Anorg. Fermente 1901. p. 39.
5) cf. J 011 e s, Katalysatoren vom physiologisch-chemischen Standpunkt.
Wien 1905. p. 7.

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