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I Ueber den jetzigen Stand der Lehre von der Katalyse.
A. Ueber die Katalyse im allgemeinen.
Der Name Katalyse ist schon alt. Er wurde bereits 1835,
also weit bevor Oberhaupt eine physikalische Chemie existierte, von
B e r z e 1 i u s in die Chemie eingeführt. Dieser Autor gab auf
Grund des zu seiner Zeit vorliegenden Materials [Umwandlung der
Stärke in Dextrin und Zucker unter dem Einfluss von verdünnten
Säuren (die älteste aller katalytischen Beobachtungen, 1811 Kirch
hof f), die Zersetzung des Wasserstoffsuperoxyds durch Metalle,
Oxyde und durch Fibrin, die Wirkung des Platins auf verbrennliche
Gasgemenge und der „ Zerfall des Alkohols in Aether und Wasser
unter dem Einfluss der Schwefelsäure “] die folgende Definition'.
„ Die katalytische Kraft scheint eigentlich darin zu bestehen, dass
Körper durch ihre blosse Gegenwart und nicht durch ihre Verwandt
schaft die bei dieser Temperatur schlummernden Verwandtschaften
zu erwecken vermögen, so dass zufolge derselben in einem zusam
mengesetzten Körper die Elemente sich in solchen anderen Verhält
nissen ordnen, durch welche eine grössere elektrochemische Neu
tralisierung hervorgebracht wird“ 1 )- Nach Berzelius ist es be
sonders Schönbein gewesen, der sich mit dem Studium kataly
tischer Erscheinungen beschäftigte. Das von ihm „ ausgegrabene
Rohmaterial“ enthält nach Ostwald 1 2 3 ) „eine fast unabsehbare Liste
solcher Reaktionen“, deren quantitative Durcharbeitung „die ge
meinsame Betätigung einer ganzen Reihe von Forschern bean
spruchen wird“. Ganz im besonderen richtete er seine Aufmerk
samkeit auf die katalytische Zersetzung des H2O2. Wenn seit Th e-
nard (1818) 8 ) als wirksame Katalysatoren für diese Reaktion Platin,
Gold, Silber, Iridium u. s. w., Mn0 2 , Pb0 3 etc. sowie der Blutfaser-
1) cf. Verhandl. d. Ges. d. Naturf. u. Aerzte. Hamburg. 1901. I. pag. 185
(0 stwal d).
2) Verhandl. d. Ges. d. Naturf. u. Aerzte. Hamburg 1901, I. p. 191.
3) Mem. d. l’Acad. des Sc. 3. 385.

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