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Prozesse auch die Einwirkung des Sublimats auf fermentative Vor
gänge untersuchte, konnte feststellen, dass kleinste Dosen Sublimats
die Fermentwirkung in hohem Masse steigerten, während bei grös
seren sehr bald eine Hemmung sich bemerkbar machte. Die von
ihm gefundenen Werte entsprechen den folgenden Zahlen:
Fermentprozess
Oxdation des Guajacols
durch Luftsauerstofi'
vermittelst der Lakkase
Oxydation des Tyrosins
durch die Tyrosinase
Oxydation des Methy
lenblaus durch Organ
extrakte und Drüsen-
aekrete (Pankreas)
ProteolytischeWirkung
d. Pankreassaftes nach
Zusatz v. Enterokinase
Vorgang der Blutge
rinnung
Sublimatkonzentration,
die beschleunigend
wirkte
1:13 000 000
1:1 300 000
1 : 1 300 000 (verdoppelt
die Reaktionsgeschwin
digkeit)
1: 26 000 (Pankreas
saft)
1:100 000
Sublimatkonzentration,
die hemmend wirkte
bei 1: 130 000 Ge
schwindigkeit d. gleiche
wie ohne Zusatz.
1:13 000 hemmt Reak
tion.
Bei mehr als 1: 2600
wirkte das Sublimat
hemmend; es ) machte
sich eiweissfällende
Wirkung bemerkbar
Da es zur Zeit gänzlich unmöglich ist, sich eine Vorstellung
von der Art des Zustandekommens derartiger Beeinflussungen der
Fermenttätigkeit zu machen, so sei angeführt, dass ebenfalls auf
rein anorganischem Gebiet für das Sublimat durchaus ähnliche Akti
vierungen und bei steigender Konzentration auch Hemmungen einer
bestehenden Katalysatorwirkung bekannt sind (vergl. B r e d i g,
Anorganische Fermente: Einwirkung von Sublimat auf die Goldsol-
katalyse der H 2 O a -Zersetzung: bestätigt durch Henri und Stodel).
Am interessantesten aber muss es erscheinen, dass auch in der
lebenden Zelle analoge Beeinflussungen wiederkehren. So hat Schulz 1 )
für die Hefezelle nachgewiesen, dass entgegen der Wirkung grös
serer Konzentrationen eine Sublimatlösung von 1 : 700 000 die Koh
lensäureproduktion in einer ganz erheblichen Weise zu steigern ver
mag. Ferner hat Rieh et 1 2 ) und auch Duclaux 3 ) für den bazil
lären Milchsäuregärungsprozess feststellen können, dass minimale Zu
1) H. Schulz, Pharmakotherapie(inEulenburg-Samuels Hand
buch der Therapie I, p. 588.
2) Compt. rend. 114, 1494.
3) Duclaux, Mikrobiologie IV, 366 (1901).

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