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Die katalytische Fähigkeit der einzelnen Eisenpräparate schwankt
somit innerhalb der weitesten Grenzen. Bei einzelnen von ihnen
ist sie in einer ähnlichen Grössenordnung vorhanden wie beim Blut
selber (bei defibriniertem Blut und Verdünnung mit Wasser genügt
ca. 1 : 25 000 zur Hervorbringung der Reaktion); bei andern fällt
dagegen die Katalyse ungleich geringer aus oder fehlt gar gänzlich.
Worauf diese enorme Verschiedenartigkeit beruht, lässt sich nicht
allgemein beantworten. Interessant ist es, dass das Eisenhydroxyd
trotz der kolloidalen Form, in welcher es sich in den Liqu. ferr.
dialysati befindet, keine Reaktionsbeschleunigung bedingt. Für die
Wirkung des Eisenalbuminats scheint ferner die Beobachtung des
hemmenden Einflusses eines Zuckerzusatzes auf die Möglichkeit zu
verweisen, dass hier das freie Eisenion der Träger der katalytischen
Fähigkeit ist, da in diesem Falle die Hemmungswirkung als eine
Folge der Bindung des Eisens an den Zucker verständlich er
scheinen würde.
So wichtig auch die hier zu Tage tretenden Differenzen in den
katalytischen Fähigkeiten sind, so ist doch andererseits die Bedeu
tung dieser Messungen für unser therapeutisches Handeln nur von
sehr bedingtem Wert. Denn es wäre verfehlt, diese Zahlen als ein
direktes Mass für die katalytische Wirksamkeit der Eisenmedika
mente im Körper zu betrachten. Nicht der Grad, in welchem ein
Präparat an sich zu katalytischen Wirkungen befähigt ist, kann hier
massgebend sein. Das entscheidende Moment ist vielmehr
darin zu suchen, ob sich das zugeführte Eisen nach der
Resorption in einer zur Katalyse geeigneten Form findet
und in einer solchen längere Zeit sich zu erhalten vermag.
In den hier vermutlich bestehenden Unterschieden, die sich jedoch
noch nicht experimentell haben fassen lassen, ist mit Wahrschein
lichkeit der Grund dafür gelegen, weshalb nicht jede eisenhaltige
Substanz, vor allem nicht das oft fest gebundene Eisen der Nah
rung zur Ausübung einer Heilwirkung imstande ist. Einen beson
deren Vorzug aber scheint mir die als Konsequenz der katalytischen
Versuche gewonnene Erklärung der Eisen Wirkung dadurch zu bieten,
dass sie im Einklang mit der klinischen Erfahrung die quantitativen
Verhältnisse der Eisenzufuhr an Wichtigkeit zurücktreten lässt und
es verständlich macht, wie der Erfolg fast lediglich von der Qualität
des inkorporierten Metallpräparates abhängt.
Diese Wirkung des Eisens muss in erster Linie dem Blut und
den zum Blutsystem gehörigen Organen zugute kommen. Denn in

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