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Präparates neben den sonst bekannten Eigenschaften desselben auch
dessen katalytische Fähigkeiten zu berücksichtigen. Speziell betreffs
der Eisen-, der Silber- und der Quecksilbertherapie gilt es, zu
prüfen, ob die Einbeziehung der katalytischen Befunde in den Kreis
der Betrachtung die unerklärten, lediglich empirisch erkannten Wir
kungen dieser Metalle unserm Verständnis näher zu bringen vermag.
Besonders bei der Eisentherapie liegt es nahe, an die
Mitwirkung katalytischer Beeinflussungen zu denken. Wenn auch
der direkte experimentelle Nachweis einer solchen Wirkungsweise
des Eisens im Organismus bisher nicht hat erbracht werden können, so
ist doch die oben gezeigte Analogie zwischen der Eisenkatalyse und der
Wirkung des Hämoglobins, überhaupt allgemein der Oxydasen, eine
derartig weitgehende, dass es nicht angängig ist, wenn man dort,
wo die Oxydasen als wirksam erkannt wurden, katalytische Wir
kungen einfacherer Art für ausgeschlossen erklären wollte. Man muss
vielmehr annehmen, dass das Eisen, falls es in einer katalytisch
wirksamen Form in den Körper hineingelangt, einen funktionellen
Ersatz für den fehlenden physiologischen Katalysator, das Hämo
globin, zu bieten vermag. Die Wirkung kann zunächst rein addi-
titiv aufzufassen sein, insofern als die katalytische Wirksamkeit des
als Medikament zugeführten Eisens sich zu derjenigen des vorhan
denen Hämoglobins addiert. Daneben scheint mir jedoch auch die
Möglichkeit eines weitergehenden, die Summenwirkung überragenden
Erfolges vorzuliegen. Wenigstens glaube ich in diesem Sinne die
schon oben S. 44 angeführten Versuche Bertrands betreffs des
dem Eisen nahestehenden Mangans deuten zu sollen. Dieser Autor
konnte zeigen, dass die Lakkase, wenn er ihr den grössten Teil des
wirksamen Bestandteiles, des Mangans, durch geeignete Behandlung
entzogen hatte, durch nachherigen Zusatz eines Mangansalzes wieder
zu Oxydasenwirkungen befähigt wurde, und zwar in einem weit
höheren Grade, als es der Wirkung des Salzzusatzes an sich ent
sprach. Die von ihm an Hydrochinonlösungen angestellten Messungen,
welche sich auf die in gleichen Zeiten unter gleichen Verhältnissen
(in 6 Stunden bei 15°) absorbierten Sauerstoffmengen beziehen,
führten zu folgendem Ergebnis:
1. Bei katalytischer Wirkung der manganarmen Lakkase —
0,2 ccm.
2. Bei Wirkung derselben Lakkase nach Zusatz von Mangan-
sulfat (entsprechend 1 mg Mn) — 6,3 ccm.
3. Bei Wirkung des Zusatzes allein 0,3 ccm.

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