71
Wirklingen bekannt sind. Der Umstand, dass nun auch in diesen
Organsubstanzen, ganz besonders in dem Hämoglobin, das Eisen als
ein regelmässiger und wesentlicher Bestandteil vorhanden ist, legt
es nahe (cf. Spitzer und B e r t r a n d), auch hier für die sauer
stoffübertragende Kraft im letzten Grunde eine katalytische Eisen
wirkung zu vermuten. Dies wird um so mehr wahrscheinlich, als
es gelingt, bei dem stufenweisen Abbau des Hämoglobins ein Zu
sammengehen der katalytischen Fähigkeit mit dem Eisengehalt zu
konstatieren. Denn ebenso wie das Hämoglobin selbst ist auch
dessen eiweissfreier, aber das Eisen enthaltender Abkömmling, das
Hämatin von Ostwald 1 ) als zur Sauerstoffübertragung befähigt
gefunden; ferner habe ich 1 2 3 ) in der Aschsubstanz des Hämoglobins
das Fortbestehen der katalytischen Fähigkeit nachweisen können.
Es handelt sich somit um eine Oxydations-Reduktionsprozesse be
schleunigende Wirkung, welche den Gliedern der folgenden Skala
gemeinsam ist: Metallisches Eisen 8 ), Eisensalz, Hämatin, syntheti
sches Eisenalbuminat, Hämoglobin. Wenn es mir auch sicher er
scheint, dass in allen diesen Substanzen das Eisen an der katalyti
schen Wirkung ursächlich beteiligt ist, so muss doch andererseits
betont werden, dass bei der Verschiedenartigkeit der genannten Stoffe
die Form des Metalles, von der die katalytische Wirkung ausgeübt
wird, wohl kaum eine einheitliche wird sein können. Mag aber
auch hinsichtlich der Art des Zustandekommens der einzelnen hier
genannten Katalysen eine Verschiedenartigkeit vorliegen, in ihrem
chemischen Endeffekt zeigt die durch das metallische Eisen kataly
tisch beschleunigte Reaktion keinen Unterschied gegenüber der durch
Hämoglobin beeinflussten.
Die im Prinzip mögliche Ersetzbarkeit einer Oxydase durch
einen Katalysator muss nun für therapeutische Fragen grosses In
teresse beanspruchen, insofern als es unter der Zahl der medikamen
tösen Metallpräparate nicht wenige sind, die nach den obigen Un
tersuchungen zu katalytischen Wirkungen befähigt erscheinen. Da
sich diese Wirkungen zumeist auf Oxydations-Reduktionsprozesse,
mithin auf eine der wichtigsten Arten der im Körper ablaufenden
Vorgänge beziehen, so erweist es sich als eine Notwendigkeit, bei
der Beurteilung der pharmakologischen Wirkung eines derartigen
1) Verhandl. d. Ges. d. Naturf. u. Aerzte. Hamburg. 1901. I. p. 200.
2) Münch, med. Wochenschr. 1905. Nr. 36 (Schade).
3) Schade, L c.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.