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nügt schon, wie die Br o de sehen Messungen 1 ) zeigen, die geringsten
Kupfersulfatspuren. „Hier macht sich 1 Mol Kupfersulfat noch in
einer Konzentration von 100 000 Litern deutlich bemerkbar. “ Diese
Wirkung des Kupfers ist um so auffälliger, weil das Kupfersalz
selbst nur wenig (etwa 100 mal so schwach wie das Eisensulfat)
die Reaktion katalysiert. Das Beispiel zeigt, dass auch Stoffe, die
für sich allein kaum katalysieren, ganz erhebliche Beschleunigungen
der Katalysatorenwirkung hervorzurufen vermögen. Es besteht somit
auch für die Metallsalzkatalyse eine ähnliche Abhängigkeit von dem
Medium, wie sie für die kolloidale Platinlösung und für die Hämasen-
wirkung bekannt ist; nur tritt sie bei dem einfachen Salz ungleich
seltener in die Erscheinung.
Derartige Beeinflussungen der katalytischen Wirkungen können
auf zweierlei Art zustande kommen. Zunächst kann eine Verände
rung des Mediums, in dem sich die Katalyse vollzieht, die allge
meinen Bedingungen der Reaktion beeinflussen, sie kann sie ungün
stiger, aber auch (ev. wieder katalytisch) günstiger gestalten. Oft
ist jedoch eine direkte Aenderung im Zustand des Katalysators die
Ursache des abweichenden Verlaufes der Katalyse. Zwar ist bei
den Salzen jene Art der Oberflächenänderung, wie sie oben bei den
kolloidalen Metallen in ihrer Rückwirkung auf die Katalyse ihre
Besprechung fand, nicht vorhanden; aber den chemischen Einwir
kungen von Zusätzen sind sie in gleicher Weise ausgesetzt. Für
den Fall, dass der Zusatzstoff eine chemische Reaktion mit dem
Katalysator eingeht und ihn in eine katalytisch unwirksame Form
überführt, steht die Menge des zur Aufhebung der Katalyse aus
reichenden Zusatzstoffes in einem bestimmten einfachen Verhältnis
zur Menge des Katalysators. Es ist daher, wenn es sich um Kata
lysen handelt, die durch minimale Spuren einer katalysierenden Sub
stanz hervorgerufen werden, ebenfalls nur eine entsprechend winzige
Menge des Zusatzstoffes erforderlich, um die Wirkung zu paraly
sieren. Innerhalb welcher Grenzen derartige gegensätzliche Wir
kungen noch messbare Differenzen in der Reaktionsgeschwindigkeit
hervorzubringen vermögen, ist durch die Untersuchung von Titoff
und Luther 2 ) gezeigt worden. Es genügt, darauf hinzuweisen, dass
die von diesen Autoren gefundenen Werte, speziell beim Kupfer,
weit jenseits der Grenze der direkten quantitativen Analysierbarkeit
gelegen sind.
1) Zeitschr. f. physik. Chem. 37, 258, 270—75 (B r o d e).
2) Zeitschr. f. physik. Chem. 45, 647.

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